Sankt Martin als Weltkulturerbe - Brüggener reichen Bewerbung bei Unesco ein

Initiative aus Brüggen: Weltkulturerbe Sankt Martin - Bewerbung eingereicht

"Ich geh mit meiner Laterne..." - das singen die Kinder bald wieder bei den Martinszügen. Zwei Martinsfreunde aus Brüggen wollen die Anerkennung der Tradition als Welterbe - und sie damit auch schützen.

Die Rheinische Tradition der Martinszüge soll immaterielles Weltkulturerbe der Unesco in Deutschland werden. Die Bewerbung dazu hat René Bongartz aus dem Kreis Viersen am Montag bei der Unesco-Kommission eingereicht. Die Martins-Tradition mit Lichterumzug, Sankt Martin, der den Mantel teilt, und Weckmännern für die Kinder soll sich im 19. Jahrhundert speziell im Rheinland herausgebildet haben.

Die Anerkennung solle zeigen, wie wertvoll diese rund 150-jährige Tradition ist. Bongartz erhofft sich einen sensibleren Umgang mit dem Brauch. Vor allem die Behörden mit ihren Auflagen für die Umzüge machten den kleinen Martinsvereinen zu schaffen. Die könnten das kaum noch stemmen, sagte Bongartz, Gemeinderat der Grünen in Brüggen.

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Das immaterielle Weltkulturerbe soll anders als Denkmäler wie etwa Aachener und Kölner Dom die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen. Dazu gehören etwa Tanz, Theater, Musik und auch Bräuche.

Nach dem Rheinischen Karneval und der Flussfischerei an der Sieg-Mündung könnte die Martins-Tradition als dritte kulturelle Tradition aus Nordrhein-Westfalen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Die Entscheidung soll Mitte nächsten Jahres fallen.

(lsa/lnw)
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