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Sandra Schwoll ist die neue Leiterin von Robin Hood in Dülken.

Mensch & Stadt : Sozialarbeit mit Nachhaltigkeit kombiniert

Mit Sandra Schwoll steht seit Anfang des Jahres eine neue Leiterin an der Spitze von Robin Hood. Die 45-Jährige ist eine Anpackerin, die nahe am Menschen sein möchte.

„Wenn man Menschen erreichen möchte, dann muss man erreichbar sein“, das ist der Leitspruch von Sandra Schwoll. Dafür startet die neue Leiterin von Robin Hood jeden Arbeitstag um 7 Uhr, auch wenn das Sozialunternehmen erst um 10 Uhr seine Türen öffnet. „Ich kümmere mich am frühen Morgen um die verwaltungstechnischen Aufgaben und erledige den ganzen Papierkram, damit ich danach für die Menschen, die unsere Einrichtung aufsuchen, Zeit habe und nicht im Büro arbeiten muss“, sagt die 45-Jährige. Seit dem 1. Januar 2020 ist sie die Neue an der Spitze des Sozialunternehmens der Diakonie Krefeld & Viersen.

Robin Hood ist dabei für sie keine fremde Einrichtung. Die Diplom-Sozialpädagogin war zuvor sechs Jahre beim Jobcenter vom Kreis Viersen beschäftigt. Sie war Fallmanagerin für die Arbeitsvermittlung von Ü25-Jährigen. Es gab Projekte mit vielen Langzeitarbeitslosen, darunter auch Kommunale Eingliederungsleistungsprojekte, kurz KELP genannt. Bei diesen arbeitete das Jobcenter mit den verschiedenen Trägern zusammen, darunter auch die Diakonie mit ihrem Angebot Robin Hood. Das Sozialunternehmen bietet unter anderem Arbeitsförderungs- und Vorbereitungsprogramme für Langzeitarbeitslose an, um sie wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

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„Ich habe die Institution kennengelernt und mich in sie verguckt. Ich habe zu meiner Mutter gesagt, da möchte ich arbeiten. Sie meinte dazu nur, die Stelle sei besetzt und ich sollte beim Jobcenter bleiben“, erinnert sich Sandra Schwoll. Sie arbeitete also vom Jobcenter aus weiterhin intensiv mit Robin Hood zusammen. In den vergangenen zwei Jahren, in denen die Arbeit besonders eng war, dachte sie oft darüber nach, was man noch alles bei Robin Hood machen könnte. Der soziale Aspekt, vereint in einer  Kombination von Second Hand, Möbelhalle und Café faszinierte sie. Eine solche Kombination, auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet, finde sich selten, lautet ihre Meinung. Dass es einmal in den sozialen Sektor gehen sollte war der in Mönchengladbach geborenen und in Jülich aufgewachsenen Frau schon in jungen Jahren klar. Nach dem Abitur startete sie mit einer dreijährigen Ausbildung zu Erzieherin in der Vitusstadt. Es folgte das Studium der Sozialpädagogik, ebenfalls in Mönchengladbach. Danach ging es in den Heimatort Jüchen zurück. An der dortigen Hauptschule arbeitete Sandra Schwoll zehn Jahre als Sozialarbeiterin. Es erfolgte eine Umorientierung und sie wechselte zum Jobcenter vom Kreis Viersen. Als die Diplom-Sozialpädagogin allerdings erfuhr, dass ihr Traumjob bei Robin Hood frei wurde, bewarb sie sich sofort und erhielt die Stelle. „Wie sehr mir diese Arbeit am Herzen liegt, zeigt wohl allein die Tatsache, dass ich dafür einen unbefristeten Arbeitsvertrag beim Kreis Viersen gekündigt habe und aus dem öffentlichen Dienst ausgestiegen bin. Das macht man nur, wenn man von einer Sache überzeugt ist. Es war der einzige Job gewesen, für den ich diesen Schritt gemacht habe“, sagt Sandra Schwoll.

Sie hat ihren Schritt nicht bereut. Die Kontakte zum Jobcenter bestehen indes weiter. Sie trifft ihre ehemaligen Kollegen, wenn diese zu Fallbesprechungen kommen, wie es früher bei ihr selber der Fall war. Sie sitzt jetzt quasi nur an der anderen Seite des Tisches. Sie selber bezeichnet sich als eine Anpackerin, die auch praktisch mit Hand anlegt, was ihre Mitarbeiter bei Robin Hood schon in Erstaunen versetzt hat. Als man jetzt umräumte, um den Second Hand-Bereich zu optimieren, war sie dabei.

Gutes erhalten, Netzwerke weiter ausbauen und neue knüpfen, dort umstrukturieren, wo man Verbesserungen erzielen kann – Sandra Schwoll steckt voller Energie und Ideen. Noch mehr Menschen erreichen und Angebote für alle Altersgruppen anbieten, sind ihre großen Wünsche. Sie freut, dass hinter ihr ein engagiertes Team aus Angestellten sowie Ehrenamtlern steht und Robin Hood gemeinsam mit ihr zu dem macht, was es ist: Eine für Dülken wichtige Institution von Bürgern für Bürger. Am Alter Markt 3 befindet sich neben dem hauseigenen Café samt Lieferservice von Torten, Kuchen und belegten Brötchen für private Feiern auch das Second-Hand-Kaufhaus, in dem sich in den Abteilungen von Bekleidung über Haushaltswaren bis zu Büchern und DVDs für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas findet.