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Saalkarneval in Dülken und Viersen, Proklamation in Süchteln

Jeck in Viersen : Gelungener Start in den Saalkarneval

In Viersen, Dülken und Süchteln schunkelten am Wochenende die Jecken. Das neue Süchtelner Kinderprinzenpaar hat gleich mal seine närrische Macht demonstriert und der Bürgermeisterin ein Ultimatum gesetzt.

(flo) Die erste Karnevalssitzung des Jahres in Dülken widmete die Dü-Ka-Ge den Senioren – doch nicht nur Senioren füllten die Aula des Clara-Schumann-Gymnasiums. Unter vielen „Gloria-tibi-Gloria“-Rufen zog die einzige berittene Funkengarde auf ihren Steckenpferden unter Leitung von Lars Strafer ein. Sonja und Torsten Missing von der Dü-Ka-Ge galt ihr Dank, denn eigentlich wollte die Karnevalsgesellschaft vor drei Jahren schließen. Doch die Seniorensitzungen waren bisher alle drei ausverkauft.

Das amtierende Dülkener Prinzenpaar Paul I. und Sigrun I. dankte mit der Verleihung seines Prinzenorden verdienten Mitgliedern der Dü-Ka-Ge, Kinderprinzessin Sophie I. stellte sich vor, dann enterte der „Nicht-Kölner“ Karl Timmermann mit nicht-kölsche Liedern die Bühne. Begeistert gefeiert für seine Songs von Howard Carpendale und Udo Jürgens holte er den früheren Schulleiter des Clara-Schumann Gymnasiums, Gunter Fischer, sowie Torsten Missing auf die Bühne und sang mit ihnen Songs der Bee-Gees – unter großem Applaus des Publikum.

Dann kam „Kölns doofster Wehrmann“, Klaus Bömeke, als Feuerwehrmann Kresse. Witze der härtesten und fiesesten Art hatte er auf Lager, die beim Publikum nicht ankamen, obwohl viele diese Witze kannten. So richtig kam die Stimmung wieder auf, als die Altstadtfunken Monheim auf die Bühne stürmten und artistische Glanzleistungen darbrachten. Auch ihre „Reservisten“ boten super Tänze. Dann lachten alle über die „Erdnuss“, den aus Nettetal stammenden bekannten Redner, der mit viel Gestik und Temperament seine Geschichten über Dülken und seine Nachbarstädte zum Besten gab. Die Funkengarde der Dü-Ka-Ge führte mit einem getanzten Medley musikalisch durch die letzten Jahrzehnte, dann setzte „Echt Lekker“ den Schlusspunkt mit Kölsche Tön, Spaß und viel Spielfreude. „Seniorengemäß“ war dann um 22 Uhr Schluss – nach lang anhaltendem Applaus.

 Bei der Sitzung der Jrön-Wette-Jonges drängten sich die Mitglieder des großen Traditionscorps der Altstädter Köln auf die Bühne.
Bei der Sitzung der Jrön-Wette-Jonges drängten sich die Mitglieder des großen Traditionscorps der Altstädter Köln auf die Bühne. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

  

(off) „6x11“ Jahre feierte die KG Jrön-Wette-Jonges Viersen im evangelischen Gemeindesaal mit tollem Jubiläumsprogramm – ausgelassen und fröhlich bis nach Mitternacht. Alles lief diesmal ohne Günter Weinforth. Er führte stets mit feinem Humor und locker durch die närrische Sitzung. Die Jrön-Wette-Jonges schafften den Elferrat ab und brauchten somit auch keinen Sitzungspräsidenten mehr. Nun führt der neue Vorsitzende und ehemalige Co-Sitzungspräsident Roman Schulz als Moderator alleine durch die Sitzung. „Wir bringen Günter Weinforth Anerkennung und Respekt entgegen für 48 Jahre Sitzungspräsident.“

Die Galasitzung hat für den Viersener Saalkarneval Signalwirkung. Sie ist der Startschuss für die Narretei in Viersen. „Einschließlich mit dieser Veranstaltung haben wir insgesamt 130 Termine“, sagt Dirk Mangold, Kanzler des Viersener Prinzenpaares Thilo I. und Ute I. Das startete bei der Sitzung der KG Jrön-Wette-Jonges seine „närrische Schiffsreise“ mit dem Motto der Narrenherrlichkeit Viersen: „Leinen los und hoch das Segel – Viersen feiert mit Kind und Kegel.“ Die Viersener Prinzengarde begleitete sie wieder, als der Kommandant Eric Tillmanns seinem Tanzkommandanten Gero Weidenfeld den Befehl gab: „Lasst die Bären tanzen.“ Auch Viersens Senatspräsident Frank Schiffers gratulierte zum Jubiläum und fragte in den Saal, ob noch ein Gründungsmitglied anwesend sei: „Ich habe recherchiert: Da dürfte keiner noch von hier sein.“ Comedian Christian Pape brachte Humor vom Feinsten. Das Traditionscorps der Altstädter Köln bekam angesichts ihrer großen Beteiligung enorme Platzprobleme auf der Bühne. Revolution Showdance rockte den Saal, „Schlabber und Latz“ sowie Lutz Kniep mit seiner tollen Lasershow, die Domstürmer und Alleinunterhalter Roland Zetzen machten den Abend rund.

 Das Süchtelner Kinderprinzenpaar mit den Insignien der Macht: Elias I. bekam Prinzenmütze und Zepter, Sabrina I. trägt ein Diadem.
Das Süchtelner Kinderprinzenpaar mit den Insignien der Macht: Elias I. bekam Prinzenmütze und Zepter, Sabrina I. trägt ein Diadem. Foto: Knappe, Jörg (jkn)

  

(off) Das bisherige Süchtelner Kinderprinzenpaar Fabrice I. (Kramer) und Deborah I. (Mertens) hat schweren Herzens abgedankt.  Das neue Prinzenpaar der KG De Brook Müerkes, Elias I. (Kuropka) und Sabrina I. (Manz), wurde bei seiner Proklamation im Süchtelner Weberhaus als letztes Prinzenpaar in ganz Viersen inthronisiert. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) und Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger (CDU) brachten es in Amt und Würden. Als dreijähriges Kindergartenkind von St. Irmgardis in Süchteln lernte der heute zehnjährige Prinz seine jetzt elfjährige Prinzessin kennen. Schnell war ihr wohl klar: „Wir werden Süchtelns Kinderprinzenpaar.“ Sie fragte ihn, ob er sich vorstellen könne, mit ihr das Prinzenspiel zu machen. Einige Karnevalserfahrung sammelte er mit dem Freundeskreis Hofmann im Viersener Straßenkarneval. Nach ihrer Bewerbung als Prinzessin wechselte sie zu der kleinen Süchtelner Tanzgarde, wo sie fleißig weiter trainiert. Die beiden verloren sich nie aus den Augen, zumal sie seit dem Sommer wieder schulisch vereint sind. Beide besuchen die Klasse 5c der Anne-Frank-Gesamtschule. Sie trugen ihre in Papier gebrannten närrischen elf Punkte vor, mit „Frau Anemüller, gute Nacht, jetzt sind wir an der Macht“. Sie drohten ihr gleich: „Frau Anemüller, werden wir nicht sofort mit intakten Sporthallen beglückt, bekommst du Aschermittwoch die Macht nicht zurück. Sind die Hallen bis Ende Februar nicht fertig konstruiert, wird das Rathaus zur Sporthalle umfunktioniert.“ Ab sofort wollen die beiden die Einführung der Karnevalsferien: „Die dauern 364 Tage im Jahr, nur nicht am ersten Mai, das ist klar.“ Sie hatten auch noch eine Regel 11a: „Zum Schluss noch das Wichtigste zur Kinderfreude: Muurejubbel schätzen lernt ihr heute. Muurejubbel statt Spaghetti, dann ist Karneval alles Paletti.“