Robert-Bosch-Stiftung fördert Hausarztzentrum Brüggen

Brüggen: Hausarzt-Zentrum bekommt 100.000 Euro

Mit dem Fördergeld sollen Videosprechstunden ermöglicht werden

Die Robert-Bosch-Stiftung fördert das Hausarztzentrum Brüggen mit 100.000 Euro für ein E-Health-Projekt mit Videosprechstunde. Bei Fallkonferenzen unter Ärzten und Hausbesuchen bei alternden Patienten soll sie künftig zum Einsatz kommen. Die Förderung stammt aus dem Support-Programm der Stiftung, das bundesweit die Entwicklung von acht Gesundheitszentren unterstützt. Das Hausarztzentrum Brüggen ist dabei die einzige Einrichtung in Nordrhein-Westfalen.

„Demografie heißt, dass in der Region 13 von 27 Hausärzten über 62 Jahre alt sind und dass damit die medizinische Grundversorgung gefährdet ist“, sagt Johann Heinrich Arens, ärztlicher Leiter des Hausarztzentrums Brüggen. „Aktuell geben bis zum Jahresende vier Hausärzte in unserem Einzugsbereich ihre eigene Praxis auf“, ergänzt er. „Wir stehen vor der dringenden Aufgabe, Medizin und Pflege mit Ehrenamt und sozialen Diensten zu verknüpfen. Damit das gelingt, müssen wir auch digitale Wege beschreiten.“ In der Robert-Bosch-Stiftung habe das Hausarztzentrum dafür einen starken Partner gefunden.“

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Die gemeinsame Versorgung der Patienten durch unterschiedliche Fachbereiche ist das Kernanliegen des Hausarztzentrums. Um den fachübergreifenden Austausch zu vereinfachen, setzt das Hausarztzentrum bei Fallkonferenzen künftig auch auf Videosprechstunden. Ein weiterer Baustein des E-Health-Projekts ist die geriatrische Betreuung. Mit Hausbesuchen begleiten speziell geschulte Pflegekräfte, sogenannte Case Manager, alternde Patienten im Alltag. Die Videosprechstunde ermöglicht dabei die Rücksprache mit dem Arzt. Von diesem System können vor allem eingeschränkt mobile Patienten profitieren, deren Anzahl stetig steigt.

Die angewendete Software für die Videosprechstunden nennt sich elektronische Visite, kurz Elvi. Neben der Videokommunikation sollen damit Dokumente datenschutzkonform und sicher übermittelt werden. So soll die Erreichbarkeit und Vernetzung von ambulanter und stationärer Gesundheitswirtschaft gefördert werden.

(rp)
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