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Viersen: Robend — vom Bürgermeister vergessen

Viersen : Robend — vom Bürgermeister vergessen

Seit 15 Jahren gibt es den Runden Tisch Robend in Viersen. Zeit zurückzublicken, aber sich auch explizit den aktuellen Problemen zu widmen, denn davon gibt es gleich zwei, wie die Teilnehmer jetzt berichteten.

Nach wie vor bereitet die Nutzung des Casinos Robend Sorgen. "Die Räumlichkeiten können nicht bürgerschaftlich genutzt werden. Es ist kein Ort, wo sich die Bürger treffen können und gerade das wird von den hier lebenden Menschen gewünscht", sagt Friederike Boeken.

Nicht ernst genommen

Besonders enttäuscht ist der Runde Tisch darüber, weil man eigenhändig Nutzungskonzepte entwickelt und der Stadt Viersen eingereicht hat. Dieses war von der Stadt gewünscht worden. Anregungen von städtischer Seite wurden eingearbeitet, eine Satzung erarbeitet, doch anscheinend ist alles in den Schubladen der Verwaltung verschwunden.

"Wir fühlen uns von der Stadt nicht ernst genommen. Wir hatten sogar den Bürgermeister Günter Thönnessen eingeladen. Der versprach sich zu kümmern, aber nichts geschah, außer, dass wir endlich eine Hausnummer und ein offizielles Namensschild bekommen haben", mokiert Hans Boeken.

Dabei hat die Stadt Viersen das Gebäude damals unter der Landesauflage gebaut, dass es zu Zweidritteln von den Bürgern und zu einem Drittel von der Astrid-Lindgren-Schule genutzt werden sollte. Gruppierungen, die das Haus nutzen möchten, gibt es genug. Doch weder der Spielenachmittag noch der Skatabend können hier stattfinden. Es ist nicht erlaubt. Dann drückt der Schuh noch am Hormesfeld.

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Der Runde Tisch hat einen Bürgerantrag für einen Fahrradweg gestellt. "Der Engpass an der Brücke ist einfach gefährlich. Wir wünschen uns eine separate Brücke für einen Fahrradweg", erklärt Jürgen Oster. Da es sich laut Kreispolizeibehörde aber um keinen Unfallträchtigkeitspunkt handelt, geschieht dort nichts. Nun sorgt man sich, dass erst etwas passieren muss, bevor eingeschritten wird.

Auch wenn die aktuellen Probleme belasten, so vergisst der Runde Tisch nicht, was er schon alles erreicht hat. "Unser größter Erfolg war die Errichtung dieses Hauses", betont Uwe Peters.

Und dann sind alle besonders stolz darauf, dass sie es geschafft haben, zwei redeberechtigte Vertreter im Entwicklungsausschuss sitzen zu haben. Eins ist klar, was vor 15 Jahren aus Sorge darüber, dass der Stadtteil Robend-Düpp-Donk von der städtischen Entwicklung abgehängt werden könnte, gegründet wurde, hat sein Hauptziel, Lobbyarbeit für den Stadtteil zu leisten und ihn damit wieder voll in die städtische Entwicklung zu integrieren, erreicht.

Damit ist die Arbeit aber nicht zu Ende. Zu tun gibt es immer, wie die aktuellen Probleme auch zeigen.

(RP)