Rewe baut Markt in Alt-Niederkrüchten

Niederkrüchten : Rewe baut Markt in Alt-Niederkrüchten

Der Supermarkt soll an der Hochstraße gebaut werden. Dort befindet sich noch der Raiffeisen-Markt, der ins Gewerbegebiet Dam umzieht. Bis zum Baustart für Rewe könnten noch anderthalb Jahre vergehen

Rewe will in Alt-Niederkrüchten einen neuen Lebensmittel-Markt mit 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche bauen. Er soll auf dem Gelände des Raiffeisen-Marktes und des seit Jahren leer stehenden ehemaligen Netto-Marktes an der Hochstraße entstehen. Auch ein angrenzendes privates Wiesengrundstück wird einbezogen.

Damit könnte sich im Niederkrüchtener Zentrum ein Anker bilden, der den Einzelhandel im Ort stärkt und Kaufkraft bindet. Der alte Raiffeisen-Markt und das frühere Netto-Gebäude werden abgerissen, um Platz für den Rewe-Markt und einen Parkplatz für rund 100 Autos zu schaffen.

Mit dem Rewe-Neubau würde sich eine komplizierte Gemengelage zum Guten wenden. Das kommt den Interessen der Raiffeisen Warengenossenschaft (RWG) entgegen, die den Standort an der Hochstraße aufgeben und ins Gewerbegebiet Dam umziehen möchte. Der neue Raiffeisenmarkt soll am Sohlweg entstehen, wo das Gelände einer inzwischen stillgelegten Kartoffel-Sortieranlage genutzt wird.

Dort will die RWG auf ähnlicher Fläche wie in Niederkrüchten einen Raiffeisen-Markt mit dem gewohnten Sortiment rund um Garten, Haustiere und Pflanzen eröffnen. Der neue Standort bietet allerdings erheblich mehr Lagerfläche und darum große logistische Vorteile gegenüber dem bisherigen Markt, erklärt Geschäftsführer Bernd Wolfs. Die RWG will 2019 am neuen Standort anfangen zu bauen und Ende 2019 umziehen.

Schon Anfang 2016 hatte die RWG einen Vorvertrag mit einem Investor, der an der Hochstraße einen Lebensmittelmarkt errichten wollte. Dieses Vorhaben hatte sich jedoch zerschlagen, weil der Investor absprang. Umso mehr freut sich Wolfs, dass nun eine Lösung gefunden ist. Wie die auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Projektentwicklungsgesellschaft Halsdorfer Ingenieure in einem Schreiben an die Gemeinde mitteilt, bestehen bereits notarielle Kaufverträge mit allen Eigentümern der für das Projekt benötigten Grundstücke.

Das betrifft neben dem Raiffeisen-Gelände und dem angrenzenden privaten Wiesengrundstück auch den leer stehenden Netto-Markt. Letzterer war in der Vergangenheit der große Bremsklotz für Entwicklungspläne auf dem Areal. Das ungenutzte Gebäude gehörte einem englischen Immobilienfonds, der inzwischen in Insolvenz gegangen ist. So landete die Immobilie bei einem Luxemburger Fonds, mit dem nun Einigung über einen Verkauf erzielt werden konnte, so Wolfs.

In Gesprächen mit Rewe-Vertretern auf der Immobilienmesse Expo Real vor einigen Monaten gelang es Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) und Planungsamtsleiter Tobias Hinsen, Rewe für den Standort Niederkrüchten zu erwärmen.

Der Planungsausschuss fasste jetzt den Einleitungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes, um von gemeindlicher Seite die planerischen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. Die Politiker begrüßten die Pläne sehr. Ehe Rewe mit dem Bau beginnen kann, dürften noch eineinhalb bis zwei Jahre ins Land gehen. So lange dauert ein Bauleitplanverfahren in der Regel, erläuterte Hinsen.

(jos)