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Brüggen: Retter auf vier Pfoten immer im Einsatz

Brüggen : Retter auf vier Pfoten immer im Einsatz

Nicht nur Menschen sind beim DRK Kreis Viersen im Einsatz. Auch Hunde gehören zum Team. Die Rettungshunde trainieren in Brüggen.

"Mira und Janka! Fertig machen!" Der kurzen Anweisung von Ausbilderin Sandra Schlaugat folgt leises Glöckchenklingeln. Jan Heymanns und Walburga Boekels haben nämlich zu den Kenndecken gegriffen, die sie ihren Hunden anziehen. An den Kenndecken, auf denen das Rote Kreuz zu sehen ist, hängen Glöckchen. Zusätzlich wird jedem Hund ein GPS-Tracker in eine Tasche an der Kenndecke geschoben. "Die Glöckchen dienen dazu, Wild zu warnen, dass da jemand kommt", erklärt Walburga Boekels, die Leiterin der DRK-Rettungshundestaffel. "Und mittels der GPS-Geräte können wir das abgesuchte Gebiet später genau auf einer Karte darstellen."

Mittwochs und samstags trainiert die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes auf dem eigenen Gelände in Brüggen Hunde und Hundeführer. Hinzu kommt die regelmäßige Arbeit in fremdem Gelände — doch das werde zunehmend schwieriger, sagen die Retter. "Wir haben jahrelang das Grenzgebiet Venloer Heide nutzen können. Doch das ist auf einmal aufgrund des Naturschutzes nicht mehr möglich. Wir suchen daher dringen Gebiete, die größer als fünf Hektar sind, um mit unseren Hunden die Suche zu trainieren", sagt Boekels.

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Das Training ist wichtig. Je besser die Hunde trainiert sind, desto schneller können sie im Notfall eine vermisste Person finden. Das ist die Aufgabe der DRK-Rettungshundestaffel: Vermisste Menschen zu finden und Erste Hilfe zu leisten. Der Staffel gehören aktuell sieben Hundeführer und neun Hunde an. Sie arbeiten ehrenamtlich für andere Menschen. Die Hundeführer müssen die Sanitätshelfer-Grundausbildung absolvieren, außerdem werden sie in Erster Hilfe am Hund geschult, in Kynologie, Karten- und Kompasskunde fit gemacht.

Hunde werden regelmäßig getestet

Die Hunde müssen alle 18 Monate eine Flächenprüfung ablegen. Ist diese bestanden, gibt es eine Plakette, auf der — wie bei der TÜV-Plakette — das Datum der nächsten Prüfung steht. Bei der Prüfung muss das Mensch-Hund-Team ein 30 000 Quadratmeter großes Gelände absuchen und eine vermisste Person finden. Rufbereit ist die Rettungshundestaffel 24 Stunden am Tag — und das an 365 Tagen im Jahr. Alarmiert werden die Helfer über einen digitalen Meldeempfänger. Zu den Einsätzen fahren sie mit zwei voll ausgestatteten Sprintern. Die Rettungshundestaffel war zum Beispiel auch in Köln beim Einsturz des Stadtarchivs 2009 im Einsatz.

Am häufigsten suchen die Rettungshunde nach vermissten Personen, viele der Vermissten sind an Demenz erkrankt. In diesem Jahr haben die Hundeführer mit ihren Helfern auf vier Pfoten bereits sieben Einsätze absolviert. Im Durchschnitt rückt die DRK-Rettungshundestaffel zehn bis zwölf Mal im Jahr aus.

(tref)