Remigiusschule in Viersen Mit Jim Knopf in den Zirkus

Viersen · An der Remigiusschule in Viersen gastiert der Kölner „Spielecircus“. Nicht der reine Zirkusgedanke steht im Vordergrund, vielmehr setzen die Grundschüler die Geschichte von Jim Knopf szenisch mit Zirkuselementen um.

 Im Zirkuszelt setzen Schüler der Remigiusschule die Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, die zusammen in der Lokomotive namens Emma unterwegs sind, szenisch um.

Im Zirkuszelt setzen Schüler der Remigiusschule die Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, die zusammen in der Lokomotive namens Emma unterwegs sind, szenisch um.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

„Immer daran denken, ihr seid stolze Bewacher, ihr bewacht den Kaiser. Wenn ihr auftretet, muss man euch ansehen, welche wichtige Aufgabe ihr habt“, gibt Charlotte Zilm den zwölf Grundschülern der Remigiusschule Viersen, die mit Stäben in der Hand vor ihr in der Manege stehen, mit auf den Weg. Zwölfmaliges Nicken, ein Winken und die Gruppe macht sich in Richtung ihres Klassenraums auf, um dort weiter zu proben. Während die einen Kinder aus dem rot-gelben Zelt herauswandern, strömt die nächste Gruppe aus dem Schulgebäude in die Manege herein.

In die Remigiusschule ist der Kölner „Spielecircus“ eingezogen. Zum zweiten Mal startet damit ein Zirkusprojekt an der Grundschule, wobei es diesmal ein wenig anders konzipiert ist. Nicht der Zirkusgedanke an sich steht im Vordergrund, sondern es geht darum, die Geschichte von Jim Knopf szenisch mit Zirkuselementen umzusetzen. „Wir wollen die Kunststücke als solche nicht so in den Mittelpunkt stellen. Wenn bei der Aufführung bei einem Kind das Kunststück nicht klappt, ist die Enttäuschung immer riesengroß. Das wollen wir vermeiden“, sagt Schulleiterin Silke Brökelmann und fügt an: „Wir haben uns daher bewusst für das Theater entschieden, bei dem die Kinder gemeinsam die Geschichte mit unterschiedlichen circensischen Elementen erzählen.“ Dafür wird seit Montag für eine Woche von jeweils 8 bis 12.30 Uhr geprobt.

„Die Irrlichter“, begrüßt Charlotte Zilm die 16 Kinder, die allesamt in jeder Hand einen Poi, also einen  Ball, mit einem Tuch tragen. Die Hälfte der Schüler verschwindet hinter dem Manegeneingang um, auf ein Zeichen von Zilm, auf die mit blauer Plane markierte Bühnenfläche zu laufen und sich dort in der Hocke hinzukauern. Derweil hat sich die andere Hälfte der Kinder einen Platz im Zelt gesucht. Die Musik startet. Die acht Irrlichter erobern die Bühne und hocken sich dicht zusammen. Zilm bricht ab. „Ihr müsst euch besser verteilen“, gibt sie vor. Der zweite Versuch läuft bedeutend besser. Stück für Stück geht die Theaterpädagogin mit den Kindern die Bewegungen der Irrlichter durch, macht vor, korrigiert und erklärt, wobei Gestik und Mimik eine große Rolle spielen.

Der mit zwei Personen besetzte Zirkus wird von den 17 Lehrern der Remigiusschule sowie sieben Eltern unterstützt. Alle haben vorab an einer Fortbildung teilgenommen. „Wir haben vorab für unsere Schüler eine Aufführung gemacht, bei der sich ein jeder entscheiden konnte, in welcher Szene er gerne mitmachen möchte“, sagt Brökelmann. 219 Kinder, aufgeteilt auf elf klassenübergreifende Gruppen, sind so im Einsatz. Geprobt wird in Schulräumen und im Zelt. „Einmal am Tag probt jede Gruppe zudem unter der Anleitung der Theaterpädagogen im Zirkus selber.“ Im Zelt gibt es eine Bühne, die vom Manegeneingang aus betreten werden kann. Die Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, die in der Lokomotive Emma unterwegs sind, ist bekannt. Von Lummerland aus geht es in die Welt voller Abenteuer, wo die Besucher der Aufführungen unter anderem auf Piraten, Drachen, tanzende Vulkane und Irrlichter stoßen werden.

Während im Zelt die Irrlichter ihren Tanz einstudieren, mit dem sie Jim Knopf und Lukas den Weg weisen werden, drehen sich im Foyer in der ersten Etage der Schule die Teller. Mali lässt ein gelbes Exemplar auf dem schwarzen Stock wirbeln, wirft es in die Luft und fängt es drehenderweise wieder auf. „Ich jongliere und daher kann ich die Tellerjonglage schon“, erklärt die Siebenjährige. Dann stoppt der Teller. Die gemeinsame Szene wird nochmals von vorne gespielt und das geht mit großem Gewusel los. „Denkt daran, ihr seid auf dem Marktplatz, wo ihr erzählt und mal glücklich, mal hektisch und mal traurig ausseht“, erinnert Lehrerin Jessica Arts-Schröder ihre neun Tellerdreher. Sie stürzen sich mit Begeisterung ins Getümmel, denn schon allein die Proben machen allen riesigen Spaß.

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