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Regionalrunde Kreis Viersen im Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Vorlesewettbewerb Kreis Viersen : 21 Sechstklässler lesen vor

Im Forum des Viersener Kreishauses ging der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in die zweite Runde. 21 Sechstklässler traten mit ihrem Lieblingsbuch beim Regionalentscheid an.

Vor Charlotte Siemer liegt die „Unendliche Geschichte“. Bei Sarah Hoffmann ist es „Eine Tüte grüner Wind“ und Joel Dennis Koblitz hält das Buch mit dem Titel „Berts gesammelte Katastrophen“ in den Händen. Doch egal, um welches Buch es sich handelt, die insgesamt 21 Schüler, die sich im Forum des Viersener Kreishauses eingefunden haben, sind alle ein wenig aufgeregt. Denn gleich geht es darum, aus seinem eigens ausgesuchten Buch vorzulesen – und das bestmöglich.

Die Kreisebene des Vorlesewettbewerbs für die sechsten Klassen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels steht an. 21 Schüler von verschiedenen weiterführenden Schulen der beiden Bezirke Nordost und Südwest im Kreis Viersen gehen an den Start. Sie sind allesamt bereits Schulsieger geworden, nun geht es auf der nächsten Ebene weiter. „Lesen ist eine Kompetenz, die nicht nur Spaß macht, sondern auch lebenswichtig ist“, begrüßt Thomas Mohr, Schulamtsdirektor im Kreis Viersen, die jungen Vorleser und ihre Familien. Lange Vorreden gibt es aber nicht. Nachdem sich Landrat Andreas Coenen (CDU) ebenfalls als begeisterter Leser geoutet hat, der auch gerne seinen Kindern vorliest, geht es los.

Annika Janßen ist die Erste, die vor der fünfköpfigen Jury an dem  mitten im Forum stehenden Tisch mit Mikrofon darauf Platz nimmt. „Ich lese heute aus dem Buch ,Neue Punkte für das Sams’ vor“, beginnt die Zwölfjährige und fügt eine kurze Inhaltsangabe an. Das Vorlesen folgt. Die Sechstklässlerin hat sich einen witzigen Part aus dem Buch ausgesucht und liest gekonnt vor. Dass Annika Vorlesen Spaß macht, ist ihr anzusehen. Nicht minder souverän schließt sich Younes Aitbenalla mit seinem Buch „Diebe im Olymp“ an. Die dreiminütige Lesezeit ist schnell vorüber und doch reicht die Vorgabe aus, um jedem einzelnen Mitglied der Jury genügend Zeit für eine Bewertung zu geben. Es gilt, die Lesetechnik sowie die Interpretation und die Textstellenauswahl zu beurteilen. Es ist keine einfache Sache für Doris Vagst vom Jugendamt, Anja Hausmann von der Mayerschen Buchhandlung, Lehrerin Renate Meyer sowie die beiden ehemaligen Schulleiterinnen Renate Meyer und Josefine Lützenburg. Aufmerksam hören sie Schüler um Schüler zu, vergeben Punkte, schreiben Anmerkungen und einen Gesamteindruck auf.

„Ich bin keine Leseratte, aber ich lese gerne. Für heute habe ich fleißig vorlesen geübt“, erzählt Lena Angenheister, die gerade mit Bravour aus „Die Vampirschwestern“ vorgelesen hat und die Zuhörer in die Welt von Daka und Silvania entführt hat. Geübt hat Jonas Willkomm nicht, wie der Zwölfjährige verrät, aber sein Buch „Vorstadtkrokodile“ kennt er so gut, dass das Vorlesen bestens klappt. „Ich lese oft zu schnell und muss mich immer selber ein wenig bremsen“, weiß Greta Lamyon aus Erfahrung. Beim Vorlesen vor der Jury aus ihrem Buch „Emma-Jean und das Geheimnis des Glücks“ klappt es aber hervorragend.

Schließlich haben alle Schulsieger aus ihren selbst ausgesuchten Werken vorgelesen. Es gibt eine kurze Pause und die Jury teilt mit, welche sechs Schüler den Sprung in den zweiten Part geschafft haben und nun aus einem ihnen unbekannten Buch vorlesen dürfen. Eine etwas schwierigere Aufgabe, wie sich alle einig sind. Aber auch das wird von den Sechstklässlern gemeistert. Und egal, ob man weiterkommt oder nicht – Spaß gemacht hat es allen 21 Schülern und eine Urkunde gibt es auf jeden Fall.