Andrea Müllers verlässt Süchtelner Realschule: Realschulleiterin geht in den Ruhestand

Andrea Müllers verlässt Süchtelner Realschule : Realschulleiterin geht in den Ruhestand

Die Johannes-Kepler-Realschule ist Andrea Müllers’ zweite Heimat geworden. Den Ruhestand will sie mit Mann und Hunden genießen

 „Der erste offizielle Tag meiner Pensionierung ist gleichzeitig mein Geburtstag. Damit beginnt nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern auch ein neuer Lebensabschnitt“, sagt Andrea Müllers. Ein Abschnitt, auf den sich die Schulleiterin der Johannes-Kepler-Realschule freut. Ihr Mann ist nämlich bereits seit neun Jahren im Ruhestand, und den neu gewonnen Freiraum will sie mit ihm und den beiden Hunden nutzen.

So ganz kann Müllers die Realschule, die ihr immer eine zweite Heimat war, aber nicht verlassen. Sie bleibt Geschäftsführerin des Fördervereins und möchte auch weiterhin ihre Unterstützung bei Ausstellungen und Schulveranstaltungen anbieten. „Ich werde wohl des Öfteren in der Schule auflaufen. Pensioniert werden und einfach Tschüss sagen, das kann ich nicht. Dafür hängt mein Herz zu sehr an der Schule“, sagt die 62-Jährige.

Ihren Beruf habe sie immer mit Leib und Seele ausgefüllt, wenngleich sie eigentlich gar nicht Lehrerin werden wollte, berichtet sie. Die gebürtige Krefelderin, die in Süchteln aufwuchs und an der Liebfrauenschule Mülhausen in Grefrath ihr Abitur machte, wollte Psychologie studieren. Um 0,1 Punkte war sie aber an der Zulassungsbeschränkung vorbei und stand damit auf der Warteliste mit 14 weiteren Kandidaten. Die zweite Studienfachangabe von ihr lautete damals Mathematik und Erdkunde an der Technischen Hochschule Aachen. Dort fand sie sich dann auch wieder. „Wobei ich schnell merkte, die Fächer sind es nicht. Ich wechselte auf Kunst und katholische Religionslehre. Das waren meine Neigungen“, erinnert sich Müllers.

Psychologie faszinierte sie dennoch, was sich darin niederschlug, dass sie offene Vorlesungen in diesem Bereich besuchte. Etwas, dass sie in ihrem späteren Werdegang gut gebrauchen konnte, denn gerade als Pädagoge ist psychologisches Wissen oftmals gefragt, berichtet Müllers. Das Studium zog sie vor dem drohenden Lehrereinstellungsverfahren-Stopp im Schnellgang durch. Am Werner-Jaeger-Gymnasium in Nettetal legte sie ihr erstes Referendariat ab, die Schule wurde auch ihr erster Arbeitsplatz. Von 1981 bis 1996 unterrichtete Müllers am Gymnasium. Dann folgte der Wechsel an die Johannes-Kepler-Realschule, wo sie zunächst als Konrektorin startete.

Drei Jahre später schloss sich die offizielle Beauftragung mit den Aufgaben einer Realschulleiterin an. Müllers war aber nicht nur Schulleiterin der Süchtelner Realschule. 2015 übernahm sie die Leitung an der auslaufenden Willi-Graf-Realschule in Willich-Anrath. Zwei Jahre stand sie damit an der Spitze von zwei Schulen und teilte sich ihre Zeit zwischen Süchteln und Anrath ein. Keine einfache Zeit, aber Müllers schaffte es, beiden Schulen gerecht zu werden, sagt sie.

Stolz ist Müllers darauf, dass durchschnittlich mehr als 50 Prozent der Schüler der Süchtelner Realschule die zehnte Klasse mit der Qualifikation für die Oberschule abschlossen und die Schüler in der Wirtschaft mehr als nur gefragt seien. Eine intensive Berufswahlvorbereitung ab Jahrgangsstufe 7, eine herausragende Schulausstattung, ein gutes soziales Klima, ein sehr gut zusammengewachsenes Lehrerteam und die Förderung von Kindern mit Förderbedarf, um sie zu einem gesicherten Abschluss zu führen – Müllers hat sich immer für die Schule engagiert.

Eins kann Müllers mit Bestimmtheit sagen. „Ich habe es nie bereut Lehrerin geworden zu sein“, sagt die Grefratherin.

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