Viersen: Realschulen stellen sich vor

Viersen: Realschulen stellen sich vor

Ein volles Forum – schon vor der eigentlichen Eröffnung. Der erste Viersener Realschultag, zu dem die acht Realschulen aus dem Kreis Viersen eingeladen hatten, war ein voller Erfolg. Das Interesse an der Schulform ist groß.

"Vielfalt bildet Vielfalt", das war das Motto des ersten Viersener Realschultages und dem wurden die acht Realschulen des Kreises Viersen in jedem Fall gerecht. In umfangreicher Art und Weise präsentierten Schüler und Lehrer, wie vielfältig es an den Realschulen zugeht. Naturwissenschaftliche Versuche, Kunstprojekte, mathematische Knobeleien in Form von Spielen, Beratungsarbeit, Workshops von Tanz über Straßenmalerei bis hin zu Theater, Sozialpraktika – in den Räumen des Kreishaus-Forums am Viersener Rathausmarkt fanden die zahlreichen Besucher am Samstag ein buntes Potpourriall dessen, was an Realschulen angeboten wird.

Was zum Beispiel in den so genannten MINT-Klassen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) geleistet wird, demonstrierten unter anderen die zwölfjährigen Sechstklässler Celine, Nele und Constanza der Janusz-Korczak-Realschule Waldniel anhand von naturwissenschaftlichen Versuchen. "Die vielen Versuche im Unterricht sind prima. Man lernt so eine Menge und behält es auch", schwärmten die drei vom Unterricht. "Gerade die Möglichkeit, sich auch in praktischen Arbeiten ausdrücken zu können, gab bei uns damals den Ausschlag, unseren Sohn an der Realschule anzumelden", erzählte Heike Groth.

Froh über den Entschluss, die Kempener Realschule besucht zu haben, zeigte sich Maximilian Femers, der 2008 nach der mittleren Reife aufs Gymnasium wechselte. "Ich war am Anfang ein mittelmäßiger Schüler. An der Realschule hat man mir die Zeit gegeben, mich zu entwickeln. Am Ende gehörte ich mit einem Durchschnitt von 1,3 zu den Besten. Wenn ich von Anfang an ein Gymnasium besucht hätte, wäre ich wahrscheinlich untergegangen", erzählte der 17-Jährige im Rückblick auf seine Realschulzeit. So habe er Erfolge gehabt und das habe sich auch positiv auf sein Lernverhalten ausgewirkt.

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"Wir stehen in der Diskussion. Es besteht die Gefahr, dass es die Realschule als Schulform bald nicht mehr gibt", erinnerte Andrea Müller, Leiterin der Johannes-Kepler-Realschule Süchteln. Man wolle mit dem Informationstag Stärken und Vielfalt der Realschule präsentieren und zeigen, dass diese Schulform auch in der Zukunft eine Bedeutung haben müsse, fügte sie an.

Dr. Paul Schrömbges, Schuldezernent der Stadt Viersen, meinte, die Kernfrage in Sachen Realschule sei die der Größe von Klassen. Es sei ein Unterschied, ob 30 oder 15 Kinder in einer Klasse unterrichtet würden.

"Wir möchten, dass diese Schulform die politische Akzeptanz findet, die sie verdient, weil an Realschulen erfolgreich gearbeitet wird. Unsere Schulabgänger sind nicht nur gut auf das Berufsleben vorbereitet, sondern haben auch Persönlichkeitsbildung erfahren. Sie sind in Wirtschaft und Industrie gern gesehen", bemerkte Uwe Höttner, Schulleiter der Kempener Erich-Kästner-Schule. "Die Akzeptanz der Realschulen bestätigen auch die hohen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr, was uns sehr freut", betonte Christa Dankert, Schuldezernentin der Bezirksregierung Düsseldorf für den Kreis Viersen.

(RP)