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Realschüler lernen Berufswelt kennen

Bildung in Schwalmtal : Realschüler lernen Berufswelt kennen

Die Janusz-Korczak-Realschule hat einen neuen Kooperationsvertrag mit der Schmitz-Lück-Unternehmensgruppe geschlossen. Für die Jugendlichenist das eine Chance, noch weitere Ausbildungsmöglichkeiten auszuprobieren.

Michael Salnikuv (15) weiß schon genau, was er nach der Schule machen möchte. Noch besucht er die zehnte Klasse der Janusz-Korczak-Realschule in Schwalmtal-Waldniel. Doch er will in den Bereich Marketing und Kommunikation beim Fußballbundesligisten Borussia Mönchengladbach gehen, dafür zunächst das Abitur machen.

Dass der Zehntklässler seinen Berufsweg so klar vor sieht, verdankt er den Erfahrungen, die er bei einem Praktikum gesammelt hat. „Damit ist Michael ein Idealfall“, sagt Georg Ratayczak. Er kümmert sich an der Realschule um das Thema Berufsorientierung und Berufswahl und weiß, wie wichtig praktische Erfahrungen für die Jugendlichen sind. „Dabei kann es auch helfen, wenn ein Schüler nach dem Praktikum weiß, dass ihm eine Ausbildung in dieser Branche nicht gefallen würde“, sagt der Lehrer. So erging es etwa Zehntklässler Tom Hinz. Das Praktikum bei einem Fotografen habe ihm zwar Spaß gemacht, aber nicht so viel, dass er darin seinen späteren Beruf sieht.

Jugendliche an der Janusz-Korczak-Realschule haben jetzt eine weitere Möglichkeit, weitere Ausbildungsberufe kennenzulernen. Die Schule hat mit der Schmitz-Lück-Gruppe eine Kooperation geschlossen. Ähnliche Vereinbarungen gibt es laut Schulleiterin Birgit Bünger mit der Firma Weuthen, dem Altenheim St. Franziskus oder der Tischlerei Terporten. Wie sehr Unternehmen und Schulen aufeinander angewiesen sind, weiß Gabriele Götze, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein Beraterin für den Austausch zwischen Wirtschaft und Schule. Für Unternehmen werde es durch den demografischen Wandel immer schwerer, Jugendliche für freie Ausbildungsplätze zu finden. Der Mangel an Fachkräften werde sich, so die Einschätzung der IHK, in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen.

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Die IHK versuche deshalb, bereits in der Schule den Kontakt zwischen Ausbildern und potenziellen Auszubildenden herzustellen. Bei der neuen Zusammenarbeit half auch der Zufall etwas: Judith Collier, Personalreferentin der Schmitz-Lück-Gruppe, lernte früher selbst an der Janusz-Korczak-Realschule.

Durch die jetzt geschlossene Vereinbarung erhofft sie sich, dass die Realschüler die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Schmitz-Lück-Gruppe kennenlernen. „Wir bilden technische Systemplaner für Heizung, Lüftung und Sanitär sowie für Elektrotechnik aus“, sagt Collier. Ab Sommer gebe es zudem eine Lehre für Anlagenmechaniker. Interessant für die Auszubildenden: Sie werden in der Regel alle übernommen. Denn Collier zufolge nehme die Unternehmensgruppe, zu der 130 Mitarbeiter zählen, jeweils so viele Auszubildende an, wie gebraucht werden. Durch die Kooperation erhoffe man sich, Auszubildende aus der näheren Umgebung zu finden.

„Als MINT-Schule mit einem naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt ist eine Kooperation wie die mit der Schmitz-Lück-Gruppe für uns besonders interessant“, sagt Yldirim Öner, stellvertretender Leiter der Janusz-Korczak-Raelschule. Das Ziel der Realschule sei es, die Jugendlichen „so früh und so praxisorientiert wie möglich“ auf Ausbildungsmöglichkeiten vorzubereiten. „Wir versuchen auf verschiedenen Wegen, die Jugendlichen ab der siebten Klasse auf den Weg in den Beruf vorzubereiten“, sagt Georg Ratayczak.

Dazu gehören etwa Berufsfelderkundungstage und Betriebspraktika, aber auch der Besuch der Ausbildungsmesse in Schwalmtal; am Standort der Janusz-Korczak-Realschule in Niederkrüchten werden von Firmen zudem Bewerbertrainings angeboten. „Am Ende der zehnten Klasse sollen die Schüler eine Vorstellung haben, wie es weitergehen könnte“, sagt Ratayczak. Im Idealfall so wie Michael Salnikuv. Er hat den Traumberuf gefunden.