Viersen: Ravels Trio sensibel interpretiert

Viersen: Ravels Trio sensibel interpretiert

Viel Engagement steckt in der Organisation des Viersener Musiksommers. Bürgermeister Günter Thönnessen dankte zu Beginn allen Helfern: der langjährigen Kulturamtsleiterin Dr. Adelheid Limbach für die Arbeit hinter den Kulissen, Landrat Peter Ottmann für die verständnisvolle Unterstützung und dem Förderverein Festhalle Viersen für die finanzielle Unterfütterung. Auch würdigte er den Einsatz der privaten Quartiergeber für die jungen Musikstudenten.

Eröffnet wurde der Musiksommer mit einem Konzert der Dozenten. Zwei der drei Pianisten begannen mit Johannes Brahms' Variationen über ein Thema von Joseph Haydn. Gerade weil die Fassung für zwei Klaviere weniger bekannt ist als die für Orchester, war die Aufführung interessant. Beide Versionen stammen original von Brahms. Dass das reizvolle Thema wahrscheinlich nicht von Haydn komponiert wurde, ist nebensächlich. Brahms nahm es ohnehin nur als Anlass, um mit den Variationen seine ureigene Musik zu schreiben. Erwartungsgemäß lag die Aufführung bei Homero Francesch und Wolfgang Kühnl in guten Händen.

Francesch erwies sich auch, ebenso wie Nora Chastain (Violine) und Troels Svane (Violoncello), als sensibler Interpret für Ravels mit raffinierten baskischen Rhythmen durchsetztes a-moll-Trio. Differenzierte Klanggestaltung faszinierte hier ebenso wie im abschließenden Klavierquartett op. 87 von Antonín Dvoøák. Diesmal agierte als Pianistin Yukako Morikawa, gemeinsam mit Nora Chastain, Troels Svane und Silvia Simionescu (Viola). Zu hören war eine tadellose Wiedergabe. Die Musiker waren temperamentvoll bei der Sache, ohne dabei die differenzierten Feinheiten zu vernachlässigen. Die Matinee war gut besucht und fand, wie der herzliche Beifall verriet, ein dankbares, anerkennendes Publikum.

(-tr)
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