Viersen: Radeln wie auf Schienen

Viersen: Radeln wie auf Schienen

NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke macht’s möglich: Die alte Bahntrasse zwischen Dülken und Waldniel wird reaktiviert. Allerdings: Zukünftig werden dort keine Züge sondern Fahrräder rollen.

Es ist ein Dülkener Teilstück der alte Strecke der „Brüggener Klimp“. Schon vor rund 20 Jahren hat die Bahn dort den Betrieb eingestellt und später auch die Gleise entfernt. Schließlich nahmen Unkraut und Gestrüpp die Trasse in Besitz. Jetzt will NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke helfen, diesen Bereich aus dem Jahrzehnte langen Dornröschenschlaf zu erwecken. „Ziel ist es, die etwa 6,5 Kilometer lange Strecke zwischen dem Dülkener Bahnhof und dem Gewerbegebiet auf dem Mutzer in Waldniel als asphaltierten Fahrradweg herzurichten“, so CDU-Ratsherr Michael Aach, der auch Ortsbürgermeister von Dülken ist. Rund vier Kilometer der Strecke verlaufen auf Viersener, 2,5 Kilometer auf Schwalmtaler Gebiet. Die Gesamtkosten betragen knapp 1,2 Millionen Euro, 841 000 Euro entfallen auf die Stadt Viersen, weitere 320 000 Euro auf die Gemeinde Schwalmtal. Finanziert werden soll das Projekt zu 75 Prozent aus einem Fördertopf der Landesregierung.

Verhandlungen laufen

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Mitte des Jahres hatte der Minister das landesweite Programm „Alleenradwege auf stillgelegten Bahnflächen“ verkündet, das die Umnutzung von alten Schienentrassen vorsieht. Federführend werden die Maßnahmen vom Eigentümer, der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG) – einer Tochter des Landes und der Bahn AG – , aufgestellt, betreut und vermarktet. Seit rund einem Jahr laufen die Verhandlungen zwischen der Stadt Viersen und der BEG. Spätestens 2010 sollen in Dülken die ersten Räder rollen. „Mit dem neuen Radweg verfolgen wir gleich mehrere Ziele“, betont CDU-Ratsherr Thomas Gütgens. „Zum einem bietet er eine optimale Anbindung an die Naherholungsgebiete in Schwalmtal und Niederkrüchten, zum anderen wird dadurch die historische Streckenführung der Bahnlinie bis Waldniel erhalten.“ Ab dort führt bereits heute neben der alten Bahntrasse ein hervorragend ausgebauter Radweg bis nach Brüggen.

Speziell für Dülken sieht Aach noch einen weiteren Vorteil: „Da der neue Radweg am Dülkener Bahnhof beginnt ist, kann dieser durchaus auch Ausgangspunkt für Touren von Radlern sein, die mit der Bahn anreisen wollen.“ Wenn es nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung geht, wird das neue Teilstück (Kosten: rund 1,1 Millionen Euro) Bestandteil einer 120 Kilometer langen Fahrradroute werden, die alle kreisangehörigen Kommunen berührt. Gütgens resümiert: „Die Radstrecken auf stillgelegten Bahntrassen sind für alle Generationen eine Mobilitätschance und ein Erlebniswert.“ Der Viersener Bau- und Planungsausschuss wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen ebenfalls mit dem Projekt beschäftigen.

(RP)
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