P&Z feiert: Die Papierfabrik an der Krefelder Straße in Viersen wird belebt

Industriedenkmal: Der erste Mieter zieht in die alte Papierfabrik

Während hinten in den alten Werkshallen Bauarbeiter Betonboden gießen, stehen vorne im begrünten Außenbereich die Festgäste und nippen an ihren Sektgläsern: Am Freitag hat die Remigius GmbH der Unternehmensgruppe P & Z den Einzug des ersten Mieters in die alte Papierfabrik an der Krefelder Straße gefeiert.

Im einstigen Kesselhaus haben jetzt acht Mitarbeiter von P&Z Immobilien ihre Büros. Ende September soll der zweite Mieter folgen: ein Sozial-Kaufhaus.

Vor knapp drei Jahren hatte der Papierhersteller Smurfit Kappa sein Werk in Viersen geschlossen. Die teils rund 150 Jahre alten Industriegebäude verfielen. Die Remigius GmbH kaufte das Areal mit dem Ziel, das Objekt möglichst zu erhalten und um moderne Elemente zu ergänzen. Im Februar 2018 stellte Julia Zaum, Geschäftsführerin von P&Z Immobilien, erste Pläne vor. Die Idee: Auf rund 25.000 Quadratmeter Fläche siedeln sich Dienstleister, Gastronomen und andere Gewerbetreibende an. Auch Wohnungen könnten entstehen.

Vier Mieter neben P&Z Immobilien stehen schon fest. Die Kaufbar werde auf 1250 Quadratmetern ein Sozial-Kaufhaus mit Werkstatt und Büro betreiben, sagte Julia Zaum bei der Feier am Freitag. Die Firma Rifatec, die sich auf den Handel von Strahlmitteln- und anlagen spezialisiert hat, habe 880 Quadratmeter Fläche gemietet. Die Bartels-Group, ein Unternehmen für Bürotechnik und IT-Service, werde 1280 Quadratmeter nutzen. Außerdem sei der Mietvertrag mit einer Praxis für Hundephysiotherapie unterschrieben. „Weitere Vermietungen mit namhaften gewerblichen Nutzern befinden sich zurzeit in der Anbahnung und verlaufen vielversprechend“, sagte Zaum. „Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass die Umgestaltung einer alten Industriebrache planerisch nicht einfach ist“, betonte sie. „Obwohl man sich bei der Ansicht der alten schönen Industriearchitektur sehr kreative und schöne Nutzungen vorstellen kann, muss all dies in Einklang mit dem geltenden Baurecht geschehen“, ergänzte sie. „Wir befinden uns deshalb in einem aufwändigen und auch zeitraubenden Bebauungsplan-Verfahren.“

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Zaum hofft, dass in zwei Jahren alle Flächen umgebaut und vermietet sein können. Wie viel Geld die Unternehmensgruppe bisher in die alte Papierfabrik investiert hat, möchte sie nicht verraten: „Es waren mehrere Millionen“, sagte sie.

Bei der Eröffnung lobte Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) das Engagement und die Liebe zum baugeschichtlichen Detail der Eigentümer. Denn: „Das Schicksal einer Bauruine schien hier unausweichlich, und das ausgerechnet am Ortseingang“, sagte sie.