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Viersen: Prozess um Schießerei am Rathausmarkt

Viersen : Prozess um Schießerei am Rathausmarkt

Vor dem Mönchengladbacher Landgericht muss sich ein 51-Jähriger aus Wuppertal verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts unter anderem schwere räuberische Erpressung und den unerlaubten Gebrauch einer halbautomatischen Waffe vor.

Zu Prozessbeginn erklärte der Anwalt des 51-Jährigen sinngemäß: "Der Mandant gibt den Ablauf der Schießerei zu, so wie sie in der Anklage steht". Näheres wolle er aber erst bei dem nächsten Prozesstermin schildern. Dagegen machte der aus der Türkei stammende Mann bereitwillig Angaben zum Lebenslauf. Eine Lehre habe er nicht beendet. Dann nannte der Familienvater verschiedene Beschäftigungen, aber auch Zeiten von Arbeitslosigkeit. Zuletzt habe er in Wuppertal ein Sportcafé betrieben. Inzwischen ist der 51-Jährige in Mönchengladbach in Untersuchungshaft.

In den Unterschenkel geschossen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte am 4. Juli gegen 16 Uhr in Viersen am Rathausmarkt mit einer halbautomatischen Pistole auftauchte und von dem Betreiber eines Imbisslokals 10 000 Euro forderte. Als das Opfer sich weigerte zu zahlen, soll der Angeklagte gedroht haben, ihm in den Fuß zu schießen. Der Viersener weigerte sich. Daraufhin soll der Wuppertaler den anderen tatsächlich in den linken Unterschenkel geschossen haben. Das Opfer lief davon, wurde aber dennoch von einem zweiten Schuss ins Gesäß getroffen. Ein dritter Schuss vom Verfolger verfehlte den Viersener, so das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens. Vor einem Viersener Supermarkt trafen die beiden Männer erneut aufeinander. Hier soll der Angeklagte von dem angeschossenen Opfer nunmehr 50 000 Euro gefordert haben. Ein Angestellter des Supermarktes versuchte den Schützen zu beruhigen. Doch der richtete die Waffe auf den Mann, bis der aus Angst zurückwich. Polizeibeamte trafen den Schützen am Tatort noch mit der Pistole in der Hand. "Die Waffe war in schussbereitem Zustand", hatten sich die Polizeibeamten erinnert.

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Beim Haftrichter hatte der Angeklagte beteuert, dass das Opfer von ihm ein Darlehen von 1800 Euro erhalten habe, aber das Geld nicht zurückgezahlt habe. Dazu will der 51-Jährige erst beim nächsten Prozesstermin aussagen. Das Gericht hat 18 Zeugen geladen.

(RP)