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Kreis Viersen: Prozess gegen Autoschieber-Bande eröffnet

Kreis Viersen : Prozess gegen Autoschieber-Bande eröffnet

Fast 800.000 Euro soll ein Lette eingestrichen haben, der im großen Stil gestohlene Pkw an andere Hehler weiterverkauft hat. Er steht seit gestern mit zwei Mittätern in Bielefeld vor Gericht. Es geht um 19 teure Autos. Einige davon wurden im Raum Viersen gestohlen.

Auf die 2. Strafkammer des Landgerichts Bielefeld kommt ein Mammutprozess zu. 21 weitere Verhandlungstage sind angesetzt. Schon die Verlesung der Anklage dauerte gestern über eine Stunde. Die drei Angeklagten sollen von Januar bis Dezember 2017 vorwiegend im Ruhrgebiet und im Rhein-Main-Raum gestohlene Fahrzeuge "umfrisiert" und nach Osteuropa weiterverkauft haben. Im September verschwand in Schwalmtal ein 60.000 Euro teurer BMW, im November wurden in Nettetal ein Porsche Macan und in Tönisvorst ein Range Rover, beide ebenfalls im Wert von 60.000 Euro, gestohlen. Sie wurden in einer Halle in Papenburg "bearbeitet", bekamen unter anderem mit neuen Daten versehene Steuergeräte.

Als Drahtzieher der Bande gilt ein Lette (33). Er hatte die Halle angemietet und ließ die von einer anderen Bande entwendeten Fahrzeuge dort anliefern. Dazu sollen ihm von den noch unbekannten Autodieben, die einen Schlüssel zur Halle hatten, bestimmte Fahrzeuge zum Ankauf angeboten worden sein; diese wurden dann einfach in der Halle abgestellt. Die beiden Mitangeklagten - ein weiterer Lette (33) und ein Litauer (39) - sorgten dafür, dass die Autos eine neue "Identität" bekamen. In dem hochprofessionell agierenden Trio kaufte und verkaufte der Hallen-Mieter die Autos, während der andere Lette Daten wie Fahrgestellnummern identisch ausgestatteter Fahrzeuge - zum Teil sogar aus den USA - sowie russische oder schwedische Fahrzeugpapiere und -kennzeichen beschaffte und zum Beispiel die Plaketten mit den Fahrgestellnummern fälschte. Nach Abschluss der "Umarbeitungen" sollen die teuren Autos der Marken Range Rover, Porsche und BMW an Hehler verkauft worden sein, die sie in Osteuropa weiterverschoben.

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Ins Visier der Polizei war die Bande geraten, als mehrere Autos im März 2017 in Bielefeld auffielen. Der Hauptangeklagte hatte sie dort durch die TÜV-Abnahme bringen lassen. Im Dezember griffen die Ermittler zu: In Papenburg wurden mehrere Autos sichergestellt, darunter auch der Porsche aus Nettetal und der Range Rover aus Tönisvorst. Der BMW aus Schwalmtal war bereits Ende November aufgegriffen worden. Von mehreren Pkw fehlt jede Spur. Insgesamt beläuft sich der Wert der Autos auf etwa 1,7 Millionen Euro.

(upf)