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Problem für Stadt Viersen - Borkenkäfer sorgen für Preisverfall am Holzmarkt

Stadt Viersen : Borkenkäfer sorgen für Preisverfall am Holzmarkt

Auch jetzt im Winter muss Stadtförster Rainer Kammann auf den Süchtelner Höhen nicht lange suchen, bis er einen Borkenkäfer gefunden hat. Er geht zu einer der letzten noch verbliebenen Fichten, ihre Nadeln sind rötlich-braun statt grün.

Kammann nimmt ein Stück Baumrinde ab – auf der Rückseite sitzt ein nur ein paar Millimeter großes schwarzes Insekt, das ein Labyrinth aus Gängen dort hinein gebohrt hat.  „Das ist ein Buchdrucker“, erklärt der Stadtförster. Der gehöre ebenso zu den Borkenkäfern wie der Kupferstecher, „er geht von oben in die kleinen Äste rein“. Und ist der Käfer erstmal drin, bleibt dem Förster nicht viel anderes übrig, als die Fichte fällen zu lassen.

Kammann erklärt: „Jedes Buchdrucker-Weibchen legt etwa 200 Eier.“ Sobald  die Käfer unter der Oberfläche ausgewachsen sind, bohren sie Löcher, kommen raus und suchen sich eine neue Fichte, in die sie sich wieder reinbohren können.“ In den vergangenen beiden heißen und trockenen Sommern konnten sich die Käfer besonders stark vermehren. Die sowieso schon geschwächten Fichten hatten ihnen nicht viel entgegen zu setzen: „Bei Wassermangel fehlt dem Baum Harz, mit dem er die Borkenkäfer ertränken könnte“, erläutert Kammann. Sei ein Baum mit Tausenden Käfern befallen, „verhungert er regelrecht“.

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Die Stadt Viersen bewirtschaftet rund 500 Hektar Wald, „normalerweise haben wir 1800 Meter Holzeinschlag pro Jahr“, sagt Kammann. „Jetzt hatten wir seit Sturm Friederike allein 10.000 Festmeter Fichte.“ Das habe natürlich dazu geführt, dass die Stadt mehr Holz verkaufen konnte – doch vom Borkenkäfer befallenes Holz „ist in der Verwendung ein großes Problem“, erklärt er – es bringt also nicht so viel Geld ein wie frisches. Nach Angaben des Verbands Wald und Holz NRW gibt es für befallenes Holz in der Regel einen Abschlag von 30 Prozent, bei Überangebot falle das Preisniveau schnell um 50 Prozent. Für die Papierherstellung zum Beispiel sei dieses Holz nicht geeignet, „da braucht man frisches“, sagt Kammann.  Stattdessen werden die Fichten der Süchtelner Höhen wohl eher zu Paletten oder Holzfaserplatten verarbeitet.