Polizei fahndet nach Wilderern in Brüggen

Brüggen : Polizei fahndet nach Jagdwilderern in Brüggen

In Brüggen wurde ein angeschossenes Reh gefunden. Die Suche nach dem Nachwuchs blieb erfolglos, ihm droht jetzt der Tod.

In Brüggen sind Jagdwilderer unterwegs. Am Donnerstagvormittag hatten Passanten ein angeschossenes Reh neben einem Waldweg in der Verlängerung des Heidwegs in Nähe der ehemaligen Mülldeponie entdeckt. „Einige Meter neben dem Waldweg lag eine schwer verletzte Ricke bewegungsunfähig“, erklärte eine Polizeisprecherin. „Das Tier musste von einem herbeigerufenen Jäger erlegt werden, da es keine Überlebenschance hatte.“

Das Reh war offensichtlich mit kleinkalibriger Munition angeschossen worden - und das in der Schonzeit, die von Februar bis August dauert. Die Beamten leiteten eine Suche nach ihren Kitzen ein, die aber kein Ergebnis brachte. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie nun  ohne Muttertier an ihren Liegeplätzen verhungern werden.

Die Polizei ermittelt nun wegen Verdachts der Jagdwilderei. Darunter fallen Taten, bei denen sich Menschen eine Sache - Tiere gelten per Gesetz als Sache -, die dem Jagdrecht unterliegt, aneignen, diese beschädigen oder zerstören. Dabei geht es auch um Vorfälle, bei denen Täter gemeinschaftlich von einer Schusswaffe Gebrauch machen. Taten, die in diesem Bereich fallen, werden - je nach Schwere - mit einer Geldstrafe oder einer Haftstrafe im Zeitraum von drei Monaten bis zu acht Jahre geahndet.

Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und bittet Zeugen, sich zu melden: Wer hat in der Nacht zu Donnerstag oder in den frühen Morgenstunden bis 8 Uhr verdächtige Wahrnehmungen rund um den Tatort gemacht? Wer kann sonstige Angaben zu vorausgegangenen Beobachtungen machen, die auf Aktivitäten von Wilderern schließen lassen könnten?

Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 02162 3770 entgegen.

(mrö)
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