Polizei ermittelt: Zwei Pferde auf der Weide in Schwalmtal verletzt

Schwalmtal : Zwei Pferde mit Schnitten verletzt

Innerhalb einer Woche verzeichnete die Polizei zwei Anzeigen: Zwei Tiere auf einer Weide in Schwalmtal-Vogelsrath sind verletzt worden. Noch ist unklar, wie es dazu kommen konnte. Die Polizei sucht Zeugen.

Zehn bis 14 Tage lang muss Mathilda stehen bleiben. Erst wenn der Tierarzt an ihrer knapp 40 Zentimeter langen Schnittwunde die Fäden gezogen hat, darf sich die  Quarter-Horse-Stute wieder hinlegen. Wie sich Mathilda die Verletzung zugezogen hat, ist unklar. „Ich kann da nur spekulieren, weil niemand etwas gesehen hat“, sagt ihre Besitzerin Yasmine Qualmann (32). Ihre Theorie: Ein Angreifer hat liegend im hohen Gras der Weide in Vogelsrath gelauert, ist dann mit einer Stichwaffe in der Hand aufgestanden und auf Mathilda zugegangen. „Sie ist ein freundliches, aufgeschlossenes Tier, ich fürchte, sie ist ihm entgegengekommen“, vermutet Qualmann. Dann habe der Täter womöglich „seitlich ausgeholt und von unten nach oben die linke Schulter angeritzt“. Jetzt ermittelt die Polizei – und das auch in einem zweiten, ähnlichen Fall.

Am Freitagabend hatte eine Pferdepflegerin die Polizei kontaktiert, nachdem sie gegen 16.15 Uhr bei einem Pferd eine Schnittverletzung entdeckt hatte. Das Tier war nach Angaben der Polizei gegen 9 Uhr in Vogelsrath auf die Weide gelassen worden. Am Samstag wandte sich dann auch der Besitzer des Stalls, in dem Mathilda untergebracht ist, an die Polizei. Ihm war zwar bereits am Dienstag bei der vier Jahre alten Stute die Verletzung aufgefallen, doch wie die Polizei berichtet, hatte er zunächst vermutet, das Tier habe sie sich an einem Zaun zugezogen.

Mathilda sei am Dienstag schnell versorgt worden, erzählt Qualmann. Die Stallbetreiber hätten sofort eine Tierärztin und sie angerufen. „Die Ärztin hat die Erstversorgung übernommen, ich habe Mathilda danach in die Tierklinik transportiert – und da ist sie heute noch.“ Als die Stute am Dienstag von der Weide geholt wurde, sei dem Personal die klaffende, riesige Wunde aufgefallen, sagt die 32-Jährige. „Das Ganze ist am helllichten Tag passiert – ich bin absolut geschockt.“ Zum Glück sei die Verletzung nicht lebensgefährlich gewesen: „Das ist weitestgehend ein Hautschnitt, an einer Stelle ist Muskulatur gerissen.“

Mittlerweile hat Qualmann gehört, dass Stallmitarbeiter zur möglichen Tatzeit einen Unbekannten gesehen haben sollen, der in der Nähe der Weide über ein Feld rannte. Aber das könnte natürlich auch einfach ein Zufall gewesen sein.

Mittlerweile gehe es Mathilda „den Umständen entsprechend gut“, sagt ihre Besitzerin. Auf das Stallpersonal, das die Stute am Dienstag von der Weide führte, habe das verwundete Tier zwar „perplex“ gewirkt, es sei aber brav und ruhig mit ihnen zum Stall gegangen. Bis jetzt verhalte sich Mathilda nicht anders als vor dem Vorfall: „Aber vielleicht bemerke ich psychische Veränderungen auch erst, wenn sie nach Hause kommt.“ Physiotherapie und Narbenmobilisation stehen für die Stute unter anderem noch auf dem Behandlungsplan. „Ich hoffe, dass sie wieder völlig gesund wird“, sagt Qualmann.

Die 32-Jährige ist Reitlehrerin und startet selbst bei Turnieren. „Mathilda ist ein durchaus vielversprechendes Pferd“, sagt sie. Erst in der vergangenen Woche war das Duo zum ersten Mal gemeinsam bei einem Turnier angetreten. Am Sonntag sollte eigentlich das zweite Turnier folgen. Doch statt auf dem Reitplatz steht Mathilda nun im Intensivstall einer Tierklinik.

Yasmine Qualman sorgt sich um ihre Stute Mathilda, die eine rund 40 Zentimeter lange Schnittverletzung an der linken Schulter hat. Gemeinsam sind sie erst bei einem Turnier angetreten. Foto: Yasmine Qualmann

Hinweise an die Polizei Die Kriminalpolizei des Kreises Viersen bittet eventuelle Zeugen der beiden Vorfälle vom Dienstag und Freitag in Schwalmtal-Vogelsrath, sich unter der Telefonnummer 02162 3770 zu melden.

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