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Viersen: Politiker vertagen Entscheidung über Fällungen

Viersen : Politiker vertagen Entscheidung über Fällungen

In Dülkens Ortskern wollte Viersens Baudezernentin alle Bäume auf dem Alten Markt fällen. Politiker reagierten entsetzt

Morgen Abend entscheidet der Viersener Stadtrat über die geplante Umgestaltung des Alten Markts im Ortskern von Dülken. Ein wichtiges Detail aber - ob es zu der von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Fällung aller 19 Bäume kommen wird - werden die Ratsmitglieder wohl erst später festlegen. So empfahl es der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Es war Viersens Planungsdezernentin selbst, die in der Sitzung des Planungsausschusses den Vorschlag machte, die Debatte um die Bäume von einem wesentlichen Punkt der Umgestaltung zu trennen: der Beantragung von Fördermitteln. So nahm sie vielen Ausschussmitgliedern zumindest etwas Wind aus den Segeln. Stefan Feiter (FDP) lobte die ausführliche Bürgerbeteiligung, kritisierte aber: "In der finalen Ausfertigung ist jetzt das erste Mal von der Fällung aller Bäume zu lesen." Thomas Gütjens (CDU) erklärte: "Ein Kahlschlag ist für uns der falsche Weg." Grundsätzlich stehe seine Partei den Elementen der Umgestaltung positiv gegenüber. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten sich die Grünen dafür ausgesprochen, alle 19 Bäume auf dem Alten Markt zu erhalten und deren Lebensbedingungen zu verbessern.

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"Wichtig ist, dass wir heute eine Entscheidung zum Förderantrag treffen. Wenn das Bedürfnis besteht, über die Bäume zu beraten, haben wir dafür Zeit", erklärte die Planungsdezernentin. "Den Bauantrag werden wir ohnehin erst nächstes Jahr stellen." Sie will voraussichtlich nach der Sommerpause 2017 einen detaillierten Beschlussvorschlag zur Umgestaltung vorlegen, betonte: "Ich nehme ihre Anregungen ernst." Man könne sehr gut diskutieren, den einen oder anderen Baum zu erhalten. "Wir bauen da jetzt eine zusätzliche Schleife ein." - "Das ist keine Schleife, das ist eine Fußangel", unkte Almut Grytzmann-Meister vom BUND. Sie weiß, dass auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) es kritisch sieht, wenn NRW-Fördergelder dazu führen, dass vorhandene Grünstrukturen beseitigt und zum Teil durch Neuanpflanzungen ersetzt werden. So schrieb es Remmel bereits vor gut zwei Jahren seinem Kabinettskollegen Michael Groschek (SPD) vom zuständigen Ministerium für Stadtplanung. An den Förderbedingungen geändert hat sich seither nichts.

Der Stadtrat tagt öffentlich ab 18 Uhr im Sitzungssaal des "Forum", Rathausmarkt 2.

(mrö)