Pfarrsaal soll Dorftreffpunkt für Born werden

Brüggen : Pfarrsaal soll Dorftreffpunkt werden

Der Pfarrsaal in Born ist sanierungsbedürftig. Die Kirchengemeinde und die örtlichen Vereine wollen ihn in den neuen Mittelpunkt des Dorfes verwandeln — 2000 Menschen stehen dahinter. Doch dazu brauchen sie Geld vom Land.

Der Pfarrsaal in Born ist in die Jahre gekommen. Doch er soll, so die Pläne der katholischen Kirchengemeinde St. Peter Born, langfristig nicht nur saniert, sondern auch erweitert werden. Dafür hat die Kirchengemeinde das Projekt „Dorfgemeinschaftsraum jetzt“ gestartet und die örtlichen Vereine als Partner gewonnen. Das größere Gebäude „soll von allen Vereinen genutzt und ein Treffpunkt für alle werden“, sagt Winfried Goertz. Der örtliche Architekt der Planungsgemeinschaft Goertz und Windeck hat nicht nur die Pläne für den Umbau entwickelt, sondern ist auch Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Peter. Doch das Vorhaben wird nur funktionieren, wenn es eine Förderung vom Land gibt.

Warum muss der Pfarrsaal modernisiert werden?

Laut Winfried Goertz müssen die Räumlichkeiten von Grund auf saniert werden. So stammten etwa die Toiletten aus den 1950er Jahren und seien nur teilweise in den 1980er Jahren saniert worden; sie würden Besucher eher abschrecken. Auch ein WC für Behinderte fehle. Weiterhin genüge die vorhandene Theke nicht mehr aktuellen Anforderungen; auch der Saal selbst sei für Veranstaltungen ungünstig geschnitten, da er sehr schmal sei. Auch der Eingang könne optimiert werden; er liege sehr versteckt. Durch die Nähe des Gebäudes zur Wohnbebauung könne es Probleme wegen Lärm geben.

Wie soll der Anbau aussehen?

Der Pfarrsaal grenzt an das Pfarrhaus. Der Eingang des Gebäudes liegt, wenn man davor steht, in der rechten Ecke. Laut den Entwürfen von Winfried Goertz soll der langgezogene Baukörper um einen Anbau ergänzt werden. Dieser sorgt nicht nur für einen breiteren Saal. Dadurch würde es auch einen neuen, größeren Eingang mit Foyer und Theke geben. Dieser Eingang würde sich an das linke Ende des heutigen Gebäudes anschließen.

Warum ist der Pfarrsaal als Treffpunkt für die Borner so wichtig?

„Schon heute finden im Pfarrsaal fast alle Veranstaltungen statt, längst nicht nur die kirchlichen“, sagt Winfried Goertz. Zwar sei Born mit fast 1000 Jahren der älteste Ortsteil von Brüggen, doch ihm drohe eine negative Entwicklung. „Das öffentliche Leben wird immer weiter zurückgefahren, öffentliche und soziale Treffpunkte entfallen“, beschreibt der Architekt und Vorsitzende des Kirchenvorstands das Leben im Ort. Auch Vereinen fehlten bei 1,5 Kneipen Versammlungsmöglichkeiten. Goertz ist überzeugt: „Erste Anzeichen einer negativen Entwicklung sind wahrnehmbar.“ In Born gebe es fast keine kleinen Fachgeschäfte mehr. Für Menschen, die neu zugezogen seien, würden ansprechenden Angebote fehlen.

Wer setzt sich für den neuen Pfarrsaal ein? 

Laut Winfried Goertz sind es fast 2000 Menschen. Fast alle Vereinsvertreter hätten den Aufruf „Dorfgemeinschaftsraum Born jetzt“ unterstützt und an dem Schreiben an Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) und an die örtlichen Politiker unterzeichnet. Dazu gehören etwa die Heimatfreunde St. Peter, der Martinsverein, der Kirchenchor Cäcilia, der Spielmannszug St. Antonius, die Bruderschaft oder der Schützenverein Gut Schuss.

Was soll das Vorhaben kosten?

Der Anbau aus einer Holz- und Glas-Konstruktion wird 135 Quadratmeter groß sein. Davon gehören 102 Quadratmeter zum Foyer/Empfangsbereich und Dorfgemeinschaftraum. Die Kosten schätzt Goertz zwischen 550.000 bis 600.000 Euro. 80.0000 Euro sollen für die Außenarbeiten, einen behindertengerechten Zugang und neue Stellplätze genutzt werden. An diesen Kosten soll sich die Gemeinde Brüggen beteiligen und eine Förderung beim Land beantragen. Die Pfarrgemeinde Born würde die übrigen Kosten in Höhe von rund 130.000 Euro übernehmen. Dazu gehören die Erweiterung des Saals, neue Toiletten und ein behindertengerechtes WC. Laut Winfried Goertz sollen Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Direkt an das Pfarrhaus (links) schließt sich mit einem eigenen, versteckt liegenden Eingang der Pfaarsaal in Born an. RP-Foto: buschkamp. Foto: Daniela Buschkamp

Die Verwaltung wird für eine der nächsten Bauausschuss-Sitzungen eine Vorlage erarbeiten. Bei der ersten Vorstellung gab es positives Echo, aber auch Nachfragen. Um eine Landesförderung von maximal 250.000 Euro zu erhalten, muss die Kommune Teileigentümer des Gebäudes sein. Dazu wurden erste Gespräche mit dem Bistum Aachen geführt.

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