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Viersen: Partnerschaft hilft Kanew

Viersen : Partnerschaft hilft Kanew

Wer heute das ukrainische Kanew besucht, erlebt eine andere Stadt als vor 20 Jahren. Das liegt auch an der Partnerschaft mit Viersen. Zur Jubiläumsfeier reiste eine Viersener Delegation in die Ukraine.

Mehr als 800 Kinder und rund 2000 Erwachsene aus dem ukrainischen Kanew haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten als Teil der Städtepartnerschaft Viersen besucht. Etwa 2500 Viersener haben Gegenbesuche gemacht. Vor kurzem haben beide Orte das 20-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft gefeiert. Dank und Lob prägten die Feier in Kanews Kulturhalle.

 Der Pfahl mit Kanews Partnerstädten wurde nun dort aufgestellt. Viele der Orte sind auch Viersens Partnerstädte.
Der Pfahl mit Kanews Partnerstädten wurde nun dort aufgestellt. Viele der Orte sind auch Viersens Partnerstädte. Foto: Flocken

Auch eine Viersener Delegation mit Bürgermeister Günter Thönnessen und den Initiatoren der Partnerschaft, Marina Hammes und Fritz Meies, war dazu in die Stadt am Fluss Dnjepr gereist.

Vor 20 Jahren hörten die damalige Bürgermeisterin Hammes und ihr Vize Meies anlässlich eines Besuches einer Kanewer Delegation von der desolaten Lage der ukrainischen Stadt. So flossen Strom und Wasser nur stundenweise, es fehlte an Straßenlaternen, Bürgersteigen und einer guten medizinischen Versorgung. Also wurde der Verein "Freunde von Kanew" gegründet.

Die dreistündige Jubiläumsfeier stand nun unter dem Motto "Freundschaft ist der größte Schatz". Dieser Satz auf Deutsch und Ukrainisch und zwei sich berührende Hände waren bei der Veranstaltung zu sehen. Hammes und Meies als Vorsitzender der Freunde von Kanew wurde immer wieder gedankt. Kanews Bürgermeister Viktor Nikolenko sagte, er sei stolz auf seine deutschen Freunde und deren Engagement, aber auch auf das, was die Kanewer erreicht haben. Von Wohlstand ist die Stadt weit entfernt, aber der Alltag wirkt heute normaler.

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Dr. Walter Alsweiler erhielt von der ukrainischen Organisation der Tschernobyl-Geschädigten einen Orden für Verdienste in der humanitären Hilfe, Hammes eine Medaille für Verdienste um die Städtepartnerschaft — und immer wieder wurde Meies nach vorne gerufen, weil Menschen ihm danken wollten. Thönnessen überreichte eine Holzschnitzerei des Viersener Künstlers Georg Ettl: "So fragil wie dieses Kunstwerk ist Freundschaft. Beides muss man pflegen über viele Jahre." Und Manfred Aktun schenkte ein selbst gemaltes Bild für das Rathaus.

Im Rathaus hatten die Kanewer eine große Fotoausstellung arrangiert, die zwanzig Jahre Freundschaft und Hilfe dokumentierte. Viele der mehr als 60 deutschen Gäste sahen sich auf den Fotos wieder und erinnerten sich an die Widrigkeiten in der Stadt. Die Kanewer feierten gleichzeitig das Bestehen ihrer Stadt. "Wir feiern mit Gästen aus fünf Ländern heute, mit diesen haben wir keine Grenzen mehr. Wir werden die Partnerschaft weiter pflegen", versprach Bürgermeister Nikolenko. "Wir sitzen am Tisch der Freunde und hoffen auf eine helle Zukunft für die nächsten 1000 Jahre. Wir müssen daran arbeiten und wir werden daran arbeiten!"

(flo)