Parks in Viersen - der Casinogarten

Serie Stadtgrün : Parks in Viersen - der Casinogarten

In unserer neuen Serie „Stadtgrün“ stellen wir die Parkanlagen in Viersen vor. Zum Auftakt: Der Casinogarten.

Parks und Gärten – diese Begriffe für Grünflächen sind fließend – erfüllen in allen Städten eine wichtige Funktion: Sie verbessern mit ihrer „grünen Lunge“ die Luft, sind Heimat für Tiere und Pflanzen, laden zum Flanieren, Treffen und Spielen ein, sie werten ein Stadtviertel auf.

Blühende Blumen finden sich am Wegesrand. Foto: Martin Röse

.Im Viersener „Casinogarten“, gelegen zwischen Hauptstraße, Bahnhofstraße, Lindenstraße und Königsallee, treffen sich oft und gerne die Boulespieler an ihrer großen Bahn.

Die neun Wächter bewachen diesen Stein, auf den ein Kind eingeritzt ist. Foto: Martin Röse

Der Casinogarten verdankt seinen Namen einem Casino, das während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Wo es gestanden hat, erkennt man ziemlich genau an dem tiefergelegten Bereich parallel zur Bahnhofstraße, der mit Natursteinen abgesetzt ist. Der Casinogarten war, wie Nicole Strucken, Gärtnermeisterin in der Abteilung Stadtgrün und Forsten der Stadt Viersen, erzählt, „lange sehr verschlafen“.

Die Sparkassenstiftung unterstützte die Anschaffung des Kunstwerks im Jahr 2002. Foto: Martin Röse

Im Rahmen eines Förderprogramms wurde er restauriert, die Stadt kaufte Grundstücke hinzu, erweiterte den Park. Das passt, denn der in unmittelbarer Nähe zum alten Bahnhof gelegene Casinogarten war ursprünglich ein Zusammenschluss privater Gärten. Überall entdeckt man alte Mauern, die dem Garten etwas Heimeliges geben. Rosen, Lavendel, Schneeball, Rhododendren, Johanniskraut blühen und duften. Der Casinogarten ist charakterisiert von einem großen Bestand alter Bäume. Was ihn auch besonders macht: Freiflächen mit Wiesen wechseln sich ab mit den kleinen intimen Bereiche zwischen Büschen und Bäumen. Eine große Wiese im hinteren Bereich wird abgerundet von einer niedrigen Mauer, die auch zum Sitzen einlädt.

Das Wasserspiel ist heute leider abgeschaltet, die Wiesen sind braun. Kein Wunder bei der Trockenheit der vergangenen Wochen. „Trockenheit, Stürme und Hitze fordern ihren Tribut von den Pflanzen, aber auch vom Personal der Stadt“, sagt Strucken, deren Pflegekolonnen täglich unterwegs sind. Andererseits: „Die Bedeutung der Parks für das Stadtklima“ dürfe man nicht unterschätzen. Tische und Bänke laden zum Verweilen ein.

Die Trockenheit der vergangenen Woche hat die Wiesen bräunlich werden lassen. Foto: Martin Röse

Eine Besonderheit im Casinogarten ist die Plastik des im Mai 2019 verstorbenen Bildhauers Anatol Herzfeld. „Wächter der Kinder“ hat er seine Plastik aus Cor-Ten Stahl genannt. Seit ihrer Aufstellung 2003 prägen die Wächter die Rasenfläche hinter der Vertiefung parallel zur Bahnhofstraße mit ihren neun rostigen menschlichen Figuren, die einen Kreis um einen Stein bilden. Auf diesen Stein ist die Zeichnung eines Kindes eingeritzt. Die nach Außen blickenden überlebensgroßen Figuren sind mit Ketten verbunden und schützen auf diese Weise das Kind.Wer mag, geht einige Meter weiter und findet einen großen Spielplatz vor, der ganz andere Freizeit-Angebote bereithält. Und noch einige Meter weiter und man findet sich mitten in der Fußgängerzone. Somit macht der Casinogarten seiner Bezeichnung als Stadtgarten alle Ehre: Er liegt mitten in der Stadt und schafft eine Oase der Ruhe.
Sigrid Blomen-Radermacher  

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