Schwalmtal: OGS-Elternbeiträge werden erhöht

Schwalmtal : OGS-Elternbeiträge werden erhöht

In Schwalmtal wächst die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Schulkinder.An der Grundschule Amern gibt es schon 100 Anfragen für einen OGS-Platz

Einstimmig hat sich der Schulausschuss in Schwalmtal dafür ausgesprochen, die Elternbeiträge für die Betreuung im offenen Ganztag (OGS) zu erhöhen. Das soll helfen, das Angebot auch in Zukunft sicherzustellen.

Die Gemeindeverwaltung begründete die Erhöhung mit steigenden Kosten für die Betreuung. Der Verein zur Schülerbetreuung hatte im April beantragt, die Zahl der Plätze von 80 auf 100 aufzustocken. Für das kommende Schuljahr gebe es bereits rund 100 Anfragen für einen Betreuungsplatz. Dies führe zu Mehrkosten von rund 16.500 Euro im Schuljahr 2018/19. Auf das Haushaltsjahr 2018 bezogen liege der Mehraufwand bei 7000 Euro.

Durch die Erhöhung der Elternbeiträge rechnet die Gemeindeverwaltung mit Mehreinnahmen von 18.000 Euro pro Jahr. "Die tatsächlichen Einnahmen dürften etwas niedriger liegen, da die Gemeinde auch das Ausfallrisiko trägt", teilte die Verwaltung mit. Der Gemeindeanteil für 20 zusätzliche Betreuungsplätze liegt bei 16.371 Euro. Aktuell werden in der OGS an der Grundschule Amern 84 Kinder betreut, darunter 18 Geschwisterkinder, für die nur die Hälfte des Beitrags gezahlt werden muss. Ab dem zweiten Geschwisterkind, das in der OGS betreut wird, muss kein Beitrag gezahlt werden, dies gilt in Amern für sechs Kinder. In der Grundschule Waldniel werden aktuell 144 Kinder betreut, darunter 35 Geschwisterkinder und sieben beitragsfreie Kinder.

Die Finanzierung der OGS wird durch die Elternbeiträge, einen Gemeindeanteil und einen Personalkostenzuschuss vom Land sichergestellt. Die Elternbeiträge gestalten sich künftig wie folgt: Bei einem Jahresbruttoeinkommen bis 13.000 Euro soll der monatliche Elternbeitrag bei zehn Euro bleiben. Bei einem Einkommen bis 26.000 Euro wird der Beitrag von 33 auf 36 Euro erhöht. Etwas stärker steigt der Beitrag bei einem Einkommen bis 52.000 Euro. Hier sind statt 65 Euro künftig 70 Euro fällig. Besserverdienende mit einem Einkommen bis 65.000 Euro zahlen statt 130 Euro nun 145 Euro. Ebenfalls um 15 Euro steigt der Beitrag für Eltern mit einem Jahresbruttoeinkommen über 65.000 Euro auf 185 Euro monatlich. Das ist der Höchstbetrag, der durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung festgelegt wurde. Seit 2012 sind Kinderbetreuungskosten bis maximal 4000 Euro zu zwei Dritteln steuerlich absetzbar. Zuletzt wurden die Beiträge 2015 erhöht.

Stimmt der Gemeinderat zu, tritt die neue Satzung zum 1. August in Kraft. Für die CDU sagte Hermann-Josef Güldenberg, die Beitragserhöhung sei moderat: "Im unteren Bereich ist sie sehr maßvoll und im oberen Bereich verträglich." Marco Kuhn (SPD) berichtete zwar von "leichten Bauchschmerzen", erklärte aber auch: "Wir finanzieren dadurch etwas Gutes. Der Bedarf ist da."

(bigi)
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