Mitgliederversammlung Niersverband Engpässe stellen Verband vor Herausforderung

Kreis Viersen · Der Niersverband verzeichnet Fortschritte bei Baumaßnahmen und Renaturierungsvorhaben. Er muss aber auch Probleme bewältigen, etwa wegen der Energiekrise.

In den Ausbau des Klärwerks Nette fließen 15,86 Millionen Euro Fördermittel. Probleme bereiten dem Niersverband Lieferengpässe.

In den Ausbau des Klärwerks Nette fließen 15,86 Millionen Euro Fördermittel. Probleme bereiten dem Niersverband Lieferengpässe.

Foto: Niersverband

Der Niersverband hat 2022 seine Renaturierungsprojekte und die geplanten Baumaßnahmen fortführen können. Darüber berichtete Sabine Brinkmann, die Chefin des Niersverbandes, in der Verbandsversammlung im Bürgerhaus in Viersen-Dülken. Vor allem auf der Kläranlage Nette sind die Planungen vorangeschritten, sodass jetzt die bauliche Umsetzung für die kommenden Jahre ansteht. Dafür gab es eine Förderung durch das Landesumweltministerium NRW in Höhe von 15,86 Millionen Euro. Das Geld fließt in den Ausbau der vierten Reinigungsstufe.

Doch hatte auch der Niersverband in diesem Jahr mit großen Problemen zu kämpfen, wie sie hinlänglich bekannt sind. Da sind die Preissteigerungen auf vielen Gebieten, die Engpässe in der Energieversorgung und Lieferengpässe von wichtigen Betriebsmitteln, die den Verband vor Herausforderungen stellten.

Der große Stromkonsument hilft sich bei den heftigen Preissteigerungen auf der Strombörse damit, dass er seit Jahren auf eigene Energieerzeugung setzt. In der Verbandsversammlung vermeldete Sabine Brinkmann, dass mittlerweile rund 40 Prozent des Energiebedarfs durch eigenerzeugten Strom gedeckt werden können. Auch zukünftig wird auf die Eigenerzeugung durch regenerative Energien gesetzt. Auf der Kläranlage in Goch soll Klärgas verstromt und auf der Kläranlage Nette eventuell die Abwasserwärme auf der Anlage genutzt werden.

Bisher konnte die unter anderem für die Netteseen so wichtige Phosphorfällung noch aufrechterhalten werden. Aber durch Lieferengpässe fehlt es an wichtigen Fällmitteln, die dafür notwendig sind. Der Verband hat zahlreiche Gegenmaßnahmen getroffen, um Phosphor auch weiterhin aus dem Abwasser entfernen zu können. Das alles kostet Geld, der Beitrag der Mitglieder steigt deshalb um knapp 6,5 Prozent. Das entspricht aber den langfristig kalkulierten Steigerungen.

Die beiden Renaturierungsprojekte Bresgespark in Mönchengladbach und Fritzbruch in Viersen-Süchteln kamen 2022 einen kräftigen Schritt weiter. Fritzbruch ist weitgehend abgeschlossen und Bresgespark wird wohl im kommenden Jahr fertig. Auf der Kläranlage in Mönchengladbach-Neuwerk ist die bauliche Projektumsetzung ebenfalls in vollem Gange.

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