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Niederländische Grenzregion appellert an Deutsche, zu Hause zu bleiben.

Corona-Krise im Grenzland : Kurzurlaub oder Einkaufstrip unerwünscht

Die niederländische Grenzregion Limburg wird an den Ostertagen Einkaufstouristen an den Grenzen zurückweisen.

Deutsche sollen an den Ostertagen nicht für einen Kurzurlaub oder zum Einkaufen in die Niederlande fahren. Das fordern die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im niederländischen Nord- und Mittellimburg, die zur Sicherheitsregion Limburg-Noord zusammengeschlossen sind.

Mit Blick auf die anstehenden Feiertage und das grassierende Coronavirus hat die Sicherheitsregion nun eine „Entmutigungsstrategie“ für Ausflügler entwickelt. So teilten die Bürgermeister mit, dass die niederländische Bundespolizei von Gründonnerstag bis Montag, falls nötig auch danach, dafür sorgen will, dass Deutsche an der Grenze wieder umkehren. Die Einsatzkräfte können deutsche Autos anhalten und die Insassen fragen, warum sie in die Niederlande fahren. Sollte es keinen dringenden Grund für den Grenzübertritt geben, würden sie „freundlich, aber eindringlich“ gebeten, umzukehren. Weder ein Einkauf, noch ein Urlaub sei ein dringender Grund.

Auch forderten die Bürgermeister der Region Unternehmer auf, in deutschen Medien keine Reklame mehr zu machen, um keine deutschen Einkaufstouristen anzulocken. Ebenso wurden Medien in der Region Limburg aufgefordert, keine Werbung mehr für deutsche Geschäfte zu machen. „Bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause und stoppen Sie die Verbreitung des Coronavirus“, so der Appell der Bürgermeister. „Gehen Sie nur nach draußen, wenn es wirklich nötig ist, etwa um Lebensmittel einzukaufen oder um etwas frische Luft zu tanken. Dabei solle man in der eigenen Nachbarschaft bleiben und vielbesuchte Plätze meiden.

In Venlo haben viele Geschäfte geschlossen, ebenso alle Gaststätten. Der Wochenmarkt in der niederländischen Nachbarstadt ist abgesagt. Informationen aus der Provinz Limburg sind in den grenznahen deutschen Kommunen aber nicht angekommen. So liegen etwa Hermann-Josef Schippers, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in der Gemeinde Niederkrüchten, liegen keine Informationen aus den Niederlanden vor. Auch Kontrollen der Bundespolizei an den Grenzen würden der Gemeinde nicht mitgeteilt. Die Bundespolizei, so ein Sprecher aus Kleve am Donerstag, übe bei der Einreise aus den Niederlanden keine Grenzkontrolle aus. Sie werde aber auf Kreis-, Land-, Bundesstraßen und Autobahnen in Grenznähe mit einer mobilen Grenzüberwachung präsent sein.

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Nordrhein-Westfalen für Einreisende aus dem Ausland jetzt eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet. Die entsprechende Verordnung ist in der Nacht zu Freitag in Kraft getreten, teilte die Staatskanzlei am Freitag mit. Die Regelung soll bis einschließlich 19. April gelten. Laut Verordnung müssen sich Menschen, die mehr als 72 Stunden im Ausland waren und dann nach Deutschland einreisen, „auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere Unterkunft“ begeben und diese 14 Tage nicht verlassen. Zudem müssen sie sich bei den für sie zuständigen Behörden melden. Die Regelung gilt nicht für Personen, die beruflich bedingt die Grenze überschreiten oder Waren transportieren. Auch Hochzeiten oder Beerdigungen gelten als Ausnahmegrund.

Das Rijksinstituut voor Volksgezondheid (Reichsinstitut für Volksgesundheit) veröffentlicht eine Karte der Niederlande, in der besonders betroffene Gebiete leicht zu erkennen sind. So ist der Süden der Niederlande stärker betroffen als die Küstenregion. Während Amsterdam nur 39,6 Infizierte pro 100.000 Einwohner aufweist, liegen die Zahlen für Venlo mit 103,1 erheblich höher, Roermond steht bei 72,1, Roerdalen direkt an der Grenze zu Niederkrüchten bei 116,7. Die westliche Nachbargemeinde von Venlo, Peel de Maas ist mit 297,1 Infizierten besonders schwer betroffen.