Niederkrüchtener SPD verabschiedet Hermann Meyer beim Dreikönigstreffen

Niederkrüchten : Sozialdemokraten verabschieden Urgestein

Beim Dreikönigstreffen dankte die Niederkrüchtener SPD Hermann Meyer für sein jahrzehntelanges Engagement.

Ein kommunalpolitisches Urgestein tritt ab. Nachdem Hermann Meyer Ende 2018 sein Ratsmandat aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat, verabschiedete sein SPD-Ortsverein ihn nun beim traditionellen Dreikönigstreffen in den politischen Ruhestand. „Danke für all die Jahre“, sagte Fraktionschef Wilhelm Mankau. Meyer hat die SPD Niederkrüchten – und auch die Kommunalpolitik in der Gemeinde – geprägt wie kaum ein anderer. Fast 40 Jahre lang saß er für seine Partei im Rat und 30 Jahre im Kreistag, 30 Jahre führte er sie als Vorsitzender.

Meyer machte Kommunalpolitik mit Herzblut und Leidenschaft. „Du hast Aufgaben nicht einfach nur übernommen, sondern sie mit Leben gefüllt“, betonte Mankau. Viele Ideen, Projekte und Maßnahmen habe Meyer angestoßen, etwa Vereinsheime, Spielplätze, Kindergärten und die Rettungswache in Heyen. „Du hast großen Anteil an der positiven Entwicklung der Gemeinde. Dein Rückzug ist ein echter Verlust“, sagte Mankau. Meyer, der nie viel Aufhebens um sich selbst machte, blieb sich auch diesmal treu. Er dankte zuerst seiner Familie und dann seinem Ortsverein. „Wir haben es gut gemacht. Es war eine schöne Zeit“, meinte Meyer, der längst SPD-Ehrenmitglied ist.

Auch Marco Goertz, der 2014 die Nachfolge Meyers als Ortsvereinsvorsitzender angetreten hatte, dankte seinem Vorgänger und Förderer. Goertz richtete dann den Blick auf die aktuelle Kommunalpolitik. Dabei lösten vor allem die Bädersituation und die Konversion des Flughafengeländes Diskussionen aus. Als Grundlage für die anstehende Bäder-Entscheidung forderte Goertz verlässliche Kostenschätzungen für drei Szenarien: interkommunales Bad mit Brüggen, Sanierung des bestehenden Niederkrüchtener Freibads mit Hallenbad-Neubau oder neues Schwimmbad etwa am Niederkrüchtener Schulzentrum. Mankau sagte, worauf es ankommt: „Wir müssen das Bad finanzieren können, auch perspektivisch.“

„Höchste Priorität“, so Goertz, hat für die SPD die Entwicklung des ehemaligen Flughafengeländes. Der geplante Energie- und Gewerbepark verspreche steigende Gewerbesteuereinnahmen und viele neue Arbeitsplätze. Damit müsse allerdings auch die Infrastruktur Schritt halten. Goertz erinnerte an das Ziel der Gemeinde, in den nächsten Jahren 500 zusätzliche Wohneinheiten zu schaffen.

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