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Niederkrüchtener Rat stimmt Gesprächen mit Brüggen für gemeinsame Bad-Planung zu

Bäder-Diskussion im Grenzland : Brimges-Fläche wird für Bad untersucht

Ein interkommunales Bad für die Gemeinden Brüggen und Niederkrüchten würde 21,2 Millionen Euro kosten, aber dafür mit einer Top-Ausstattung aufwarten. Nun wird eine gemeinsame Bäderkommission gegründet.

In der Diskussion um die künftige Bäderlandschaft in Niederkrüchten hat sich der Rat nun erstmals mit konkreten Plänen für ein interkommunales Bad in Kooperation mit der Gemeinde Brüggen beschäftigt. Christian Kuhn, Geschäftsführer der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft (DSBG), stellte eine entsprechende Machbarkeitsstudie vor, die auch in Brüggen bereits zur Beratung stand.

Kuhn präsentierte dem Niederkrüchtener Rat ein Familienbad mit allen Schikanen. Es beinhaltet ein Eltern-Kind-Becken mit zwei Wassertiefen, ein Lehrschwimmbecken mit kleinem Familien-Erlebnisbereich, ein Sportbecken mit sechs Bahnen, ein ganzjährig nutzbares Außenbecken und eine große Wasserrutsche. Ein Cabrio-Dach, das an schönen Tagen auf- und bei schlechtem Wetter zugefahren wird, macht das Ganze komplett witterungsunabhängig. Im Innenbereich sind unter anderem eine Sauna samt Dampfbad sowie eine Gastronomie geplant. Auf dem Außengelände gibt es eine Liegewiese. Zudem sieht das Konzept einen Außensaunabereich mit Freiluft-Whirlpool vor.

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Kuhn sieht großes Potenzial für ein solches Familienbad. Im Umkreis von 45 Autominuten beiderseits der Grenzen leben 2,5 Millionen Menschen, erklärte der Experte, dessen Unternehmen seit über 35 Jahren öffentliche Schwimmbäder aller Art plant und betreibt. Für das interkommunale Bad, das auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Brimges entstehen könnte, prognostizierte Kuhn 217.000 Gäste pro Jahr. Die Investitionskosten bezifferte er auf 21,2 Millionen Euro, die sich die beiden Partnergemeinden Brüggen und Niederkrüchten teilen würden. Für die Gesamt-Lebensdauer eines Bades betrachtet, seien aber die jährlichen Betriebskosten entscheidend. Im Saldo aus Erlösen, Betriebsausgaben und Kapitalkosten hat Kuhn einen jährlichen Zuschussbedarf von 1,36 Millionen Euro ermittelt. Auch dieser Betrag würde zwischen den beiden Gemeinden aufgeteilt.

Das Konzept lasse sich beliebig ändern, erweitern oder auch abspecken, betonte Kuhn. Natürlich sei zum Beispiel eine Sauna nicht zwingend notwendig, antwortete der Planer auf entsprechende Fragen aus dem Rat. Sie sei aber sinnvoll, weil ein tendenziell hochpreisiges Angebot wie eine Sauna, für die er 18,50 bis 19,50 Euro Eintritt ansetzte, durch Quersubventionierung die Eintrittsgelder für das Schwimmbad niedriger halten könne. Die Sauna wegzulassen, reduziere zwar die Investitionskosten, erhöhe aber den Zuschussbedarf, weil die Quersubventionierung durch die Saunagäste entfalle, so Kuhn.

Jörg Stoltze und Andreas Krämer (SPD) gaben in der Ratssitzung zu bedenken, dass beim Brimges-Gelände die Kosten für Abriss und Entsorgung der Fabrikruinen sowie für die Neuerschließung noch zu berücksichtigen seien. Diese Fragen sollen in den kommenden Wochen geklärt werden. Auch eine Altlastenuntersuchung des ehemaligen Ziegelei-Geländes ist geplant.

Der Rat erteilte der Gemeindeverwaltung einstimmig den Auftrag, die Gespräche mit der Gemeinde Brüggen fortzuführen. Zudem soll gemeindeübergreifend eine Bäderkommission gebildet werden. Ihr sollen Vertreter beider Gemeindeverwaltungen sowie beider Räte angehören.