Niederkrüchten: Niederkrüchtener fährt allen davon

Niederkrüchten: Niederkrüchtener fährt allen davon

Der 17-jährige Alexander Siegers geht im Mai bei der Deutschen Elektro-Kart-Meisterschaft an den Start. Der Gesamtschüler liebt nicht nur das Tempo, sondern alles, was mit Technik zusammenhängt

Alexander Siegers ist ein aufstrebender Kart-Rennfahrer. Der 17-jährige Niederkrüchtener steht kurz vor der größten Herausforderung seiner noch jungen Karriere: Im Mai geht er für die Deutsche Elektro-Kart-Meisterschaft (DEKM) an den Start. "Das ist die weltweit erste Meisterschaft auf elektronisch betriebenen Karts", sagt der Elftklässler der Gesamtschule Brüggen. Fünf Rennen stehen an, unter anderem in Kerpen, Wackersdorf und im belgischen Genk.

Alexander Siegers liebt - anders als Schumi - nicht nur den Adrenalinschub mit Tempo, Überholmanövern und atemberaubenden Finishs. "Ich mag alles, was mit Technik und Motoren zusammenhängt", sagt der Blondschopf. In der heimischen Garage am Elmpter Hillenkamp hat er eine Werkstatt, in der er auch gerne mal sein Motorrad SWM-125 in Einzelteile zerlegt. "Ich bin der Einzige in der Familie, der so motorvernarrt ist", sagt der Schüler, dessen Eltern und Großeltern eher musisch veranlagt sind. Sein vier Jahre älterer Bruder studiert in Bonn Ernährungswissenschaft. "Ich möchte auch studieren, bin aber hin und her gerissen, ob ich eher in der Schrauberszene oder im Bankwesen zu Hause sein will."

Doch zunächst steht die DEKM-Saison an, auf die sich der 1,88 Meter große Jugendliche riesig freut. Seine Größe - ungewöhnlich für einen Rennfahrer - ist für ihn kein Hindernis: "Ich habe lange Beine und kann das Gewicht im Kart perfekt verteilen."

Sein Talent entdeckte er spät. Als er zur siebten Klasse vom Waldnieler St.-Wolfhelm-Gymnasium zur Gesamtschule wechselte, lernte er dort die Rennfahrerin Lisa-Marie Mohr aus Brüggen kennen. Lisa zeigte ihm die Bahn in Kerpen, wo Alexander auch seinen Mentor und heutigen Trainer Thorsten Glitzenhirn traf. Bereits beim ersten Rennen 2015 - es regnete in Strömen - wurde das Talent von Alexander Siegers deutlich. "Ich landete auf Anhieb im Mittelfeld", erinnert sich der gebürtige Niederkrüchtener an die Anfänge im Team von RTG Kartsport. Kontinuierlich fuhr sich Alexander an die Spitze der deutschen Kartfahrer, so dass die Qualifikation für die DEKM eine logische Konsequenz in der Erfolgsspur des Niederkrüchteners ist.

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Seit zwei Jahren hat er ein eigenes Kart, an dem er jedes Schräubchen selbst einstellt. Nach Start in der Junior-Klasse fährt Alexander nun in der Klasse X30-Senior. 2016 machte er im ADAC-Kart-Masters, der höchsten nationalen Rennserie, eine gute Figur. 2017 war eher ein durchwachsenes Jahr, und zwar wegen technischer Probleme: "Unter anderem ist mir einmal beim Rennen das Lenkrad gebrochen."

2018 wird wieder "mein Jahr". Den Wechsel aufs Elektro-Kart findet er spannend. "Dieser umweltfreundlichen Technik - siehe Tesla - gehört die Zukunft." Allerdings erfordert der Elektroantrieb eine völlig andere Herangehensweise als der Benziner. Es gibt nur einen Gang und eine Art Automatik-Getriebe. "Es ist meine Stärke, dass ich mich schnell auf neue Begebenheiten einstelle", ist Alexander Siegers zuversichtlich. Im E-Kart ist er nicht weniger rasant unterwegs als im Benziner: Das Elektromobil beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden und schafft 130 km/h.

Der 17-Jährige weiß sehr wohl, dass alle großen Rennfahrer von Rosberg bis Vettel im Kart ihre ersten Runden gedreht haben. Aber er ist nicht so vermessen zu glauben, dass der Formel-1-Zirkus das allein Seligmachende ist. "Hauptsache Rennen fahren und mit Motoren umgehen. Die Formel E interessiert mich auch", sagt der junge Niederkrüchtener. Andere Hobbys - wie Tennis, draußen oder mit der Familie zusammen sein - sollen schließlich nicht zu kurz kommen.

(kuek)