Niederkrüchten wehrt sich gegen Landschaftsplan

Naturschutzgebiet : Niederkrüchten wehrt sich gegen Landschaftsplan

In der Ratssitzung am Mittwoch, 11. Dezember, um 18.30 Uhr, geht es um den Plan-Entwurf.

Im Niederkrüchtener Gemeinderat wird es in der Sitzung am Mittwoch nochmal um den Vorentwurf zum Landschaftsplan „Grenzwald/Schwalm“ gehen. Im Oktober hatten Vertreter des Kreises Viersen die geplanten Veränderungen für das Gemeindegebiet dargestellt. Nun kann sich die Gemeindeverwaltung beim frühzeitigen Beteiligungsverfahren dazu äußern - und sie ist mit dem Entwurf überhaupt nicht einverstanden. Dies geht aus einem Schreiben hervor, dass Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) am Mittwoch, 11. Dezember, den Ratsmitgliedern vorlegen wird. „Die Veränderungen sind für uns dramatisch“, lautet Wassongs Einschätzung. So sind mehr als 1000 Hektar als neue Naturschutzflächen vorgesehen. Davon befinden sind knapp 600 Hektar Wald im Besitz der Gemeinde Niederkrüchten.

Was ist der Landschaftsplan? Darin wird das Aussehen und die Funktion der Natur, außerhalb von Siedlungsräumen,  beschrieben. So können darin etwa Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.

Warum gibt es jetzt eine Änderung? Bisher gibt es für den Kreis Viersen neun unterschiedliche Landschaftspläne. Diese sollen nun auf drei reduziert werden. Das Gebiet der Gemeinde Niederkrüchten fällt unter den Landschaftsplan „Grenzwald/Schwalm“. Dazu gehören außerdem Brüggen, Schwalmtal und das Gebiet rund um Nettetal-Kaldenkirchen.

Um welche Flächen geht es?

Es geht um Waldgebiete nördlich der Autobahn  52 sowie um Areale südlich der Landebahn des früheren britischen Militärflughafens in Niederkrüchten-Elmpt und den dortigen westlichen Waldrand. Dieser ist bisher „nationales Kulturerbe“.

Was würde eine Ausweisung als Naturschutzfläche bedeuten?

Kalle Wassong fürchtet, dass der Elmpter Wald in seinem  bisherigen Status als Freizeit- und Erholungsraum  „drastisch eingeschränkt“ wird. Tobias Hinsen vom Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt zeigt die Folgen auf: „Spaziergänger können sich nur noch auf den Wegen bewegen, Hunde müssen angeleint werden.“ Auch das Pilzesammeln sei eingeschränkt. Zudem fürchte die Gemeinde finanzielle Einbußen, wenn sie Waldflächen nicht mehr wie bisher wirtschaftlich nutzen könne. Diese Verluste lassen sich laut Tobias Hinsen noch  nicht beziffern. Die Gemeinde fürchte auch, dass sich Vorgaben für Naturschutzflächen auf Bundes- oder EU-Ebene verschärfen könnten.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Gemeinde hat ihre Bedenken in einem Schreiben an den Kreis formuliert. Er könnte sich diese Stellungnahme zu eigen machen – oder auch nicht. „Wir wünschen uns ein Gespräch mit dem Kreis Viersen“, sagte Wassong. Außerdem wolle die Gemeinde rechtliche Schritte prüfen, um gegen den Landschaftsplan vorzugehen. Eine Anfrage beim Kreis Viersen zu den Bedenken der Gemeinde ist gestellt.