Niederkrüchten: Votum für Kompromiss

Interkommunales Bad von Brüggen und Niederkrüchten : Niederkrüchten: Votum für Kompromiss

Mit der Mehrheit aus CDU- und SPD-Stimmen hat der Niederkrüchtener Gemeinderat für den Vorschlag der interkommunalen Bäderkommission gestimmt. Neben dem neuen Hallenbad soll das Elmpter Freibad saniert werden.

Die Niederkrüchtener Rat hat am Mittwochabend einen Kompromiss für ein Bad von Niederkrüchten und Brüggen auf den Weg gebracht. CDU und SPD favorisierten mit 23 Stimmen eine kleine Variante mit einem maximalen Zuschuss von einer Million Euro, also je 500.000 Euro pro Partner. Gegen den Kompromiss stimmten Grüne (4), FDP (2), Linke (2) und Christlich Kommunale Wählergemeinschaft (1), es gab eine Enthaltung.

Niederkrüchten befürwortet den Kompromiss aus der interkommunalen Bäderkommision auf dem Terrain der 1993 stillgelegten „Dampfziegelfabrik zu Laar“, dem Brimges-Gelände fast auf der Grenze zwischen Brüggen und Niederkrüchten. Ergänzt wurde, dass bis Ende April 2020 Zahlen und konkrete Planungen auf dem Tisch liegen sollen, um in der Ratssitzung am 12. Mai 2020 Nägel mit Köpfen machen zu können. Dies hatte Wilhelm Mankau von der SPD ins Spiel gebracht.

Außerdem, so der Kompromiss, sollen für die Bäder in den beiden Gemeinden eine gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet werden. Brüggen wird in der Bad-Ehe zugesagt, eine Sauna zu bauen und zu betreiben – vorausgesetzt, dass Niederkrüchten bei den Kosten außen vor bleibt. Ein weiterer entscheidender Punkt für die Niederkrüchtener: Die Sanierung des seit 2017 geschlossenen Freibades soll nicht aus dem Blick geraten. Dies ist allein Aufgabe von Niederkrüchten. Die Niederkrüchtener koppeln die Freibad-Sanierung an die Errichtung eines Hallenbades, unabhängig, ob ein solches kommunal oder interkommunal gebaut wird.

Das Hallenbad war für die Grünen Anlass, einen Alternativvorschlag einzubringen. „Wir müssen sofort loslegen mit der Sanierung unseres Freibades und uns die Option offen lassen, daran im Anschluss ein Hallenbad zu setzen“, so Grünen-Sprecher Christoph Szallies. In zwei Jahren sei bereits viel Zeit verloren. Wer weiß, so der Grüne, wann der Kompromiss zum Tragen kommt. Sich jetzt mit Feuereifer auf die Sanierung des Freibads zu stürzen, war Johannes Wahlenberg (CDU) zu kurz gedacht: „Wir brauchen eine ganzheitliche Lösung. Dazu gehört ein Hallenbad, allein für die Bewältigung des Schulsports.“

Der Vorschlag der Grünen wurde ebenso abgelehnt wie der Vorstoß der FDP, eine „Düsseldorfer Lösung“ mit einem Kombi-Bad und Kosten-Deckelung auf dem Brimges-Areal anzustreben. Laut Lars Gumbel sei dies das Ergebnis der interkommunalen Bäderkommission gewesen, die in Düsseldorf hinter verschlossener Tür bei der NRW-Bank getagt hatte. Die anderen Parteien hatten das allerdings anders interpretiert. „Wir können höchstens von einer Düsseldorfer Alternative sprechen, aber nicht von einer Lösung“, korrigierte Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) die Liberalen-Lesart. Ebenfalls keine Mehrheit fand Peter Josef Beines von der Christlich Kommunalen Wählergemeinschaft, zur großen Lösung für ein interkommunales Erlebnisbad mit allem Pipapo zurückzukehren. Die hohen Kosten, so Beines, könne man etwa mit dem Verkaufserlös des Freibad-Areals refinanzieren. Am Ende zeigte sich der Bürgermeister zufrieden mit dem für die interkommunale Bäderlandschaft. Wassong: „Bei aller Emotionalität war es eine gute und sachliche Diskussion im demokratischen Miteinander. Sie hat gezeigt, dass Politik die Kunst des Machbaren ist.“