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Niederkrüchten: Verspätete Kartoffelernte wegen kaltem April

Verspätete Ernte im Kreis Viersen : Frühkartoffeln sind dieses Jahr spät dran

Zwei bis drei Wochen später als sonst können die ersten Kartoffeln in diesem Jahr erst geerntet werden. Der anhaltende Regen tut den Knollen zwar gut, aber weil der April so kalt war, sind sie deutlich langsamer gewachsen als sonst.

„Wenn es so kalt ist, dann muss der Boden sich morgens immer erst aufheizen und abends kühlt er schnell wieder herunter. Dazu kommen erschwerend die Nachtfröste hinzu, davon hatten wir in diesem April sehr viele“, sagt der Landwirt Hermann-Josef Houx, der mit seiner Frau Sabine im hauseigenen „Steinkenrather Hofladen“ in Niederkrüchten-Elmpt neben Kartoffeln auch 15 weitere Sorten von Gemüse aus ausschließlich eigenem Anbau verkauft. Auf insgesamt sechs Hektar Land hat der Landwirt die Knollen gepflanzt. „Die Kartoffeln brauchen eine bestimmte Temperatur, um zu wachsen“, erklärt er. Die ersten hundert Kilo sind nun geerntet.

„Wir haben oft bereits Anfang Mai ernten können, in diesem Jahr war es erst vergangenen Freitag so weit,“ erklärt der 55-Jährige. Grundsätzlich sei es immer besser, je früher er verkaufen könne. Große Auswirkungen habe die verspätete Ernte für ihn aber nicht gehabt. „Es kann höchstens passieren, dass Kunden dann lieber auf Frühkartoffeln aus dem Ausland zurückgreifen, wenn die deutsche Ernte ausbleibt“, sagt Hermann-Josef Houx. „Wobei viele schon eher die deutschen Kartoffeln bevorzugen.“ Dass gerade noch rechtzetitig vor Pfingsten geerntet werden konnte, sei gut gewesen.

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Verlust hat der Landwirt also nicht gemacht, weder finanziell noch bei der Ernte. Durch eine doppelte Abdeckung aus Vlies und Folie waren seine Kartoffeln gut geschützt. Diese habe zweierlei Vorteile. „Wenn die Sonne auf die Felder scheint, staut sich unter den Schichten die Wärme, wie bei einer Art Treibhauseffekt“, sagt Houx. „Die doppelte Abdeckung schützt auch vor Frost.“ Eine Frostberegung, wie sie von vielen Bauern genutzt wird, hat der Landwirt nicht. Dabei wird die Kartoffelpflanze durch leicht gefrorenen Wasserregen vor Kälte geschützt.

„Mit der Abdeckung sind wir immer gut gefahren. Auch dieses Jahr ist alles gut gegangen“, so Houx. Seit Anfang Mai, seit die Reihen der Sträucher auf den Feldern „geschlossen“ sind, sieht er jeden Tag nach den Kartoffeln. „Da geht man dann aufs Feld und zieht ein paar Sträucher heraus, um nachzusehen, wie dick die Kartoffeln sind und ob sie ernetreif sind“, sagt Houx. „Die brauchen nämlich schon eine gewisse Größe, damit wir sie gut verkaufen können.“

Zwar seien die ersten Kartoffeln dieses Jahres, Sorte Annabelle, noch relativ klein. „Aber wenn es dann Ende der Woche wärmer wird, werden sie innerhalb kurzer Zeit schon deutlich dicker“, so Houx. Im Jahr unterscheiden sich die Erträge der Kartoffelfelder deshalb auch. „Bei der Ernte der ersten Kartoffeln kommen wir auf etwa 30 Tonnen pro Hektar“, sagt der Landwirt. Später dann, wenn die Kartoffeln dicker würden, seien es ungefähr 50 bis 55 Tonnen.