Niederkrüchten: Verdacht auf sexuellen Missbrauch auf Campingplatz im Kreis Viersen

Campingplatz in Niederkrüchten : 72-jähriger Duisburger soll Mädchen ein Jahr lang sexuell missbraucht haben

Auf einem Campingplatz in Niederkrüchten soll ein 72-Jähriger seit mindestens einem Jahr eine 13-Jährige sexuell missbraucht haben. Bis Montagabend hatte der Verdächtige zudem ein achtjähriges Mädchen in Obhut. Er wurde vorläufig festgenommen, ist aber wieder auf freiem Fuß.

Ein 72-jähriger Mann aus Duisburg soll ein 13 Jahre altes Mädchen über einen Zeitraum von einem Jahr sexuell missbraucht haben. Wie die Polizei am Dienstag berichtete, hat die Familie am Montag auf der Wache in Viersen Strafanzeige erstattet. Die Familie des Mädchens und der verheiratete Senior kennen sich von einem Campingplatz in Niederkrüchten, bestätigte die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Dort sollen sie regelmäßig in ihren Wohnwagen ihre Freizeit verbringen. Seinen Wohnsitz hat allerdings keiner der Beteiligten im Kreis Viersen.

Zudem wurde der Polizei am Montag bekannt, dass sich bei dem 72-jährigen Mann „für mehrere Tage“ ein achtjähriges Mädchen als Feriengast aufhalten sollte. Die Kriminalbeamten, die noch am Montagnachmittag das Gelände auf dem Campingplatz durchsuchten, wurden deshalb von Mitarbeitern des Kreisjugendamtes begleitet. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte den mutmaßlichen Täter sowie das acht Jahre alte Mädchen an. „Das Mädchen sollte eigentlich noch bis Mittwoch beim Verdächtigen bleiben“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Seit wann sich das Kind bei dem Mann befand, ist noch unklar. Bei dem Mädchen soll es sich um die Tochter einer Familie handeln, die den Verdächtigen seit etwa zehn Jahren vom Campingplatz kennt, selbst aber nicht mehr dorthin fährt. Die Achtjährige wurde zunächst in die Obhut des Jugendamtes übergeben und in den Abendstunden von ihren Eltern abgeholt.

Der Tatverdächtige wurde am Montag auf dem Campingplatz in Niederkrüchten vorläufig festgenommen, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Polizeilich sei der 72-Jährige bisher nicht in Erscheinung getreten. „Nach unseren Erkenntnissen liegt bislang nichts gegen den Verdächtigen vor“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Der Mann ist noch am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt worden, befindet sich aber inzwischen wieder auf freiem Fuß und soll wieder in seiner Wohnung in Duisburg sein. Ein Haftbefehl sei nicht erlassen worden. „Eindeutige Haftgründe sind nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht erkennbar“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zudem bestehe keine Fluchtgefahr. 

Trotzdem dauern die Ermittlungen laut den Beamten an. Denn die Aussagen der Familie des Mädchens begründen dringenden Tatverdacht wegen schweren sexuellen Missbrauchs durch den Senioren. Die 13-Jährige selbst hatte bei den Beamten angegeben, seit mindestens einem Jahr vom Verdächtigen sexuell missbraucht worden zu sein. Aufgrund dessen beantragte die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Durchsuchungsbeschlüsse für die Parzelle und die Wohnung des Verdächtigen. Der Mann selbst äußerte sich laut Polizeiangaben bislang nicht zum Tatvorwurf.

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler auf dem Campingplatz in Niederkrüchten sowie auch in der Wohnung des Verdächtigen in Duisburg Computer, Mobiltelefone, Kameras und Speichermedien, die nun ausgewertet werden müssen.

Am Tag danach deutet vor und auf dem Campingplatz nichts auf das Ereignis hin. Die Sonne strahlt, Vögel zwitschern, es wirkt idyllisch. Menschen sieht man kaum, viel sei noch nichts los, sagt der Betreiber, der anonym bleiben möchte. Auch die Hütte des Verdächtigten gleicht diesem Bild. Sein Auto steht noch davor, das soll sich aber noch ändern. Nur zwei kleine lilafarbene Versiegelungen an der Tür der Hütte deuten auf den Einsatz der Polizei hin. Der Fall ist seit Montag Gesprächsthema Nummer eins, wie eine Campingplatz-Bewohnerin vor den Toren erzählt.

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