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Niederkrüchten/Venlo: Pferd stürzt durch Gitterrost und verletzt sich schwer

Grenzgebiet : Feuerwehr befreit schwer verletztes Pferd aus Gitterrost

Bei einem Ritt durch das Naturschutzgebiet Swalmen ist ein Pferd schwer verunglückt. Das Tier lief über ein Metallgitter, das unter seinem Gewicht nachgab.

Die Naturparkregion, die entlang der Provinz Limburg auf niederländischer Seite sowie Brüggen und Niederkrüchten auf deutscher Seite liegt, ist ein beliebtes Ziel für Ausflügler.  Sie sind zu Fuß, per Fahrrad oder auf dem Pferd unterwegs. Doch der Ritt durch die landschaftliche Idylle kann zu einem lebensbedrohlichen Risiko für die Pferde werden. Am Montag verunglückte das Pferd eines Reiters aus Niederkrüchten, das über ein Wildtierrost nahe der deutschen Grenze in Swalmen geritten war, schwer: Das Metallgitter gab nach und das mehr als 500 Kilogramm schwere Tier rutschte mit beiden hinteren Hufen durch das Gitter, stürzte und konnte sich nicht mehr daraus befreien.

„Es war ein furchtbarer Unfall“, sagt Anke Colberg. Die Schwalmtaler Tierärztin für Pferde behandelte das Tier noch am Unfallort. Sie zeigte sich geschockt von seinen schweren Verletzungen.  Colberg hatte das gestürzte Pferd zunächst sediert, damit es sich durch seine verzweifelten Befreiungsversuche nicht noch weitere Verletzungen zufügen konnte. Die Feuerwehr aus Roermond flexte die Stangen des Gitters auf, so dass das Tier herausgezogen werden konnte. Nach der Befreiung wurde es in die Klinik nach Venlo transportiert.

Am Dienstag stand fest, dass sich das Pferd bei dem Unfall keine Brüche zugezogen hat. Laut Anke Colberg seien aber die Weichteilverletzungen katastrophal. „Es ist gut, dass das Pferd die erste Nacht überstanden hat“, sagt die Tierärztin. Jetzt gelte es abzuwarten, ob es auch die kommende Nacht überleben werde. Unfälle wie diese passieren laut Anke Colberg „immer wieder“. Durch die Wildtiergitter sollen Tiere wie Kühe, Schafe oder Rehe daran gehindert werden, einen Bereich zu durchqueren. „Die Tiere haben eine natürliche Scheu, solche Gitter zu betreten“, sagt Anke Colberg. Doch manchmal seien die Gitter sehr eng und Reiter würden mit ihrem Tier darüber reiten. Die Gefahr dabei: Man kann dem Gitter nicht ansehen, dass es nicht tragfähig ist. Es kann unter dem Gewicht eines Pferdes nachgeben.

Anke Colberg ist selbst Reiterin und hat mit ihrem Pferd auch schon derartige Gitter überquert. Nach dem aktuellen Vorfall warnt sie alle Reiter aber eindringlich davor: „Diese Gitter sind eine Todesfalle für Pferde.“ Und: „Es sind absolut vermeidbare Unfälle.“ Statt über das Wildgitterrost zu reiten, sollten die Reiter absteigen und ihr Tier durch die daneben liegende Tür führen. Vielleicht mehr Aufwand, auf jeden Fall aber mehr Sicherheit für Pferd und Reiter.

(busch-)