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Niederkrüchten und Schwalmtal: Gemeindebibliotheken feiern zehnjähriges Bestehen

Gemeindebibliotheken Niederkrüchten und Schwalmtal : Vom Bücherbus zur eigenen Bibliothek

Zwei Büchereien, ein runder Geburtstag: Die Gemeindebibliothek Niederkrüchten und die Bibliothek am Markt in Waldniel feiern ihr zehnjähriges Bestehen. Viele Ehrenamtler sind seit der ersten Stunde dabei.

Die Zeitungsartikel, die Gaby Kindler aus der Mappe gezogen hat, machen in der Bibliothek am Markt in Waldniel die Runde. Jede Menge „Weißt du noch“ begleiten die schriftlich festgehaltenen Events, die sowohl in der Bibliothek in Waldniel als auch in der Gemeindebibliothek Niederkrüchten stattgefunden haben. „Wobei es manchmal wirklich komisch war. Events, die in Waldniel total gut liefen, entpuppten sich am Standort in Elmpt durchgeführt als nicht so erfolgreich. Umgekehrt galt das aber ebenso“, bemerkt Uta Krüger.

Die Leiterin der beiden Bibliotheken erhält ein zustimmendes Kopfnicken aus der Gruppe von Ehrenamtlern, die allesamt in den beiden Bibliotheken in den Einsatz gehen. Seit nunmehr zehn Jahren sind die beiden Einrichtungen am Start, und da gehört ein kleiner Rückblick dazu. „Damals war der Bücherbus in die Jahre gekommen, und es gab Überlegungen, was man machen könnte“, erinnert sich Iris Meisel. In den Gemeinden entstand die Idee, an den Standorten Elmpt und Waldniel je eine Bibliothek ins Leben zu rufen, wobei es eine hauptamtliche Bibliothekarin geben sollte. „Das war quasi die erste interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Uta Krüger mit einem Lächeln.

Dass sie alleine eine solche Aufgabe nicht stemmen konnte, war ihr von der ersten Sekunde an klar. Es galt, Ehrenamtler zu finden. In beiden Gemeinden zeigte sich, dass den Bürgern eigene Bibliotheken anstelle des Bücherbusses wichtig waren. Etliche Menschen meldeten sich, um das Team zu unterstützen, und auch im Laufe der Zeit kamen immer noch weitere dazu. „Ich fuhr damals in Elmpt vorbei und sah Bürger etliche Kisten tragen. Ich habe gewartet, bis sie mit der schweren Arbeit fertig waren, und mich dann als Ehrenamtler gemeldet“, erzählt Dennis O’Shea mit einem Augenzwinkern.

Er ist einer der wenigen Männer der ersten Stunde. Wobei der IT-Fachmann in beiden Bibliotheken zur Stelle ist, wenn es Stress mit den Computern gibt oder die Statistiken erstellt werden müssen. Er war es sogar, der Uta Krüger in deren Mutterschutz vor drei Jahren mit einer halben Stelle vertreten hat. Heute macht er offiziell neun Stunden, die restliche Zeit ist es ein ehrenamtlicher Einsatz.

Neben Dennis O’Shea gibt es nur noch einen weiteren Mann im Team. Erik machte schon während seiner Schulzeit mit, und das hat ihn beruflich geprägt. Er wurde Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, und wenn es seine Zeit erlaubt, hilft er mit. Denn eins ist ganz wichtig: Jeder Ehrenamtler bringt sich zeit- und arbeitsmäßig so ein, wie er es möchte. Gaby Kindler hat sich so vor zehn Jahren entschieden, Lesepatin zu werden. „Ich mache quasi Außendienst und lese in Kitas sowie Grundschulen vor. Natürlich gibt es auch Termine in den Bibliotheken“, sagt sie.

Alle im Team sind sich einig, dass in beiden Einrichtungen Leben herrscht und man mehr ist als nur eine Bibliothek. Die Bürger kommen auch mal auf ein Schwätzchen herein, und es geht sogar mit Bücherkisten ins Seniorenheim. „Wir fühlen uns selber wie eine große Familie“, sagt Margret Driesen, die ebenfalls von Anfang an dazu gehört. Es gibt eine Whats-App-Gruppe, in der alle miteinander vernetzt sind, damit entsprechende Absprachen, wenn zum Beispiel jemand ausfällt, schnell getroffen werden können. Und wie in einer richtigen Familie wurde sogar die Hochzeit von Uta Krüger in der Waldnieler Bibliothek gefeiert. „Wir haben nebenan geheiratet und sind zum Feiern mit allen hierhin gekommen“, erzählt die Leiterin. Ihren dreijährigen Sohn Karl bezeichnet sie als jüngstes Bibliotheksmitglied, denn auch er gehört dazu.

Für ihr Team hat sie mehr als nur lobende Worte. „Wir können uns aufeinander verlassen, und das zeichnet uns aus. Wir sind eine tolle Gemeinschaft mit Zusammenhalt“, betont Uta Krüger. Das Team freut sich indes über Neuzugänge, denn Mitstreiter können es eigentlich nie genug sein.