Niederkrüchten: Seit 60 Jahren gibt es Blumen Küskens

Geschäftsjubiläum in Niederkrüchten : 60 Jahre Küskens: Bei jeder Feier dabei

Auf 40 Quadratmetern erfüllten sich Heinz und Gerta Küskens 1959 den Traum von der Selbstständigkeit. 2019 ist das Geschäft gewachsen, bietet vieles vom Brautstrauß bis zum Adventskranz. Die Kunden sind zum Feiern eingeladen.

Ob der Strauß für die strahlende Braut, die Dekoration für die feierliche Taufe oder der üppige Kranz als Würdigung für einen geliebten Menschen – bei diesen emotionalen Momenten sind Blumen unverzichtbar. In Niederkrüchten sind dies oft Blumen von „Blumen Küskens“. Denn der Familienbetrieb an der Friedhofsallee 14 besteht seit 60 Jahren. „Wir sind bei jedem emotionalen Anlass dabei“, sagt Dagmar Buchholz, seit 1995 als eine der beiden Töchter des Gründerpaares Chefin im Familienbetrieb. Als Florist begleite man die Menschen vom Taufbecken bis zur Bahre.

Doch diese Begleitung hat sich verändert. „Heute gibt es kaum eine Braut, die nicht mit einem Foto von Pinterest kommt und sagt: ,So soll mein Brautstrauß aussehen’’“, sagt die 50-jährige Floristin. Dies seien Anregungen, die sie gern aufnehme. Wichtig sei ihr aber auch, ihre Kunden optimal zu beraten. „Wenn ich beim Händler dann die Wahl habe, doch einen anderen Farbton oder eine geringfügig andere Blume zu nehmen, ist das gut“, sagt Dagmar Buchholz. Die eigene Kreativität ausleben, der Umgang mit der Natur, der Kontakt zu unterschiedlichen Menschen: Das ist es, was Buchholz an ihrer Tätigkeit als Floristin Freude macht.

Ähnlich war es auch bei ihrem Vater Heinz, der zunächst die Ausbildung zum Gärtner, dann die Meisterprüfung machte. „Mein Vater liebte die Nähe zur Natur“, erinnert sich die jüngere Tochter. Mit dem eigenen Geschäft habe er sich 1959 einen Lebenstraum erfüllt – damals war dieser gerade mal 40 Quadratmeter groß. Wie oft in dieser Generation unterstützte Gerta Küskens ihren Mann, stand hinter der Ladentheke; auch Lehrlinge wurden regelmäßig ausgebildet. In den Anfangsjahren habe man noch selbst die Gewächshäuser bewirtschaftet, dort in kleinen Mengen Topfpflanzen und Schnittblumen gezüchtet, so lange sich dies lohnte.

Klein: das Geschäft an der Friedhofsallee in den Anfangsjahren. Foto: Daniela Buschkamp

Die Töchter Dorothea (heute 57) und Dagmar wurden beide im elterlichen Laden groß und wuchsen in den Beruf der Floristin hinein: Dagmar Buchholz übernahm das Geschäft vor 24 Jahren, arbeitet mit ihrer älteren Schwester Dorothea Bergtholdt zusammen. Zum Familienteam gehören auch Roman Buchholz, hauptberuflich Feuerwehrmann, der bei gärtnerischen Aufgaben hilft, und vier Aushilfen. Wie es weitergeht? Dagmar Buchholz kann sich viel vorstellen, auch, dass die Töchter, eine studiert Design, die andere ist Bürokauffrau, Interesse an dem Geschäft finden.

Heiß: ein Adventskranz aus Kohlebriketts. Foto: Daniela Buschkamp

Denn dazu gehört mehr als auf gebundene Sträuße, Trauerkränze, florale Dekorationen, Adventskränze oder Grabpflege. Seit 2013 kümmert sich der Familienbetrieb für die Gemeindeverwaltung Niederkrüchten um die Pflege des gemeinde-eigenen angrenzenden Friedhofs. Laut Dagmar Buchholz zählen zu dieser Aufgabe der Heckenschnitt, die Beseitigung von Unkraut oder die Begleitung bei Beerdigungen.

Weich: ein Sessel mit selbst gedrehten Filzblumnen. Foto: Daniela Buschkamp

Langeweile kennt die Floristin nicht: Immer wieder sucht (und finde) sie kreative Ideen, wie einen Sessel mit Filzblumen zu verzieren oder Adventskränze aus Stacheldraht oder Briketts zu fertigen. Dass letzterer rasch in Flammen aufgehen könne, müsse man nicht befürchten. „Man muss darauf nicht stärker aufpassen als auf einen schon stark angetrockneten Kranz.“

Das 60-jährige Bestehen von „Blumen Küskens“ wird am Samstag, 16. November, unter dem Motto „Weihnachtszauber“ gefeiert. Von 11 bis 22 Uhr werden die Gäste erwartet, kündigt Dagmar Buchholz an. Für sie gibt es kalte Getränke, Kakao und Glühwein, außerdem werden Waffeln gebacken. Kinder können beim Weihnachtskugeln-basteln kreativ werden. Gegen 17 Uhr wird zudem der Nikolaus erwartet. Und wer nicht nur wissen will, wie es heute beim Familienbetrieb aussieht, sondern sich auch dafür interessiert, was sich in sechs Jahrzehnten geändert hat, kann einen Blick auf die Foto-Ausstellung werfen, Brautsträuße inklusive.