Niederkrüchten: Naturschutzbeirat stimmt Wegen zu Windrädern nicht zu

Niederkrüchten: Naturschutzbeirat stimmt Windrad-Wegen nicht zu

In Niederkrüchten sollen vier Windkraftanlagen errichtet werden – zwei davon im Landschaftsschutzgebiet

Der Beirat der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen hat in seiner Sitzung am Dienstagabend mit knapper Mehrheit die Zustimmung verweigert, für die Einrichtung von Wegen zu geplanten Windkraftanlagen eine naturschutzrechtliche Befreiung zu erteilen. Fünf Beiratsmitglieder votierten dagegen, vier dafür, drei enthielten sich der Stimme. Das letzte Wort hat der Kreistag.

Die SL Windenergie GmbH will in Niederkrüchten vier Windkraftanlagen bauen. Sie sollen westlich von Oberkrüchten, südlich der A52, errichtet werden. Zwei Anlagen sollen im Landschaftsschutzgebiet Meinweg gebaut werden. Das Unternehmen hat beim Kreis die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz nötige Genehmigung beantragt.

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Laut Kreisverwaltung sollen die Windräder auf intensiv landwirtschatlich genutzten Flächen errichtet werden. Für die vier Fundamente sollen insgesamt 1808 Quadratmeter Ackerfläche versiegelt werden. Weitere 5815 Quadratmeter müssen für Kräne sowie 1205 Quadratmeter für Wege permanent mit Schotter belegt werden.

Über das eigentliche Vorhaben – den Bau von vier Windrädern – hatte der Naturschutzbeirat nicht zu entscheiden. Er sollte lediglich seine Zustimmung geben, damit Wege zu den Anlagen eingerichtet werden können. Denn in den Landschaftsschutzgebieten gilt eigentlich Bauverbot, auch für Wege. Wie Kreisdezernent Andreas Budde deutlich machte, hängt die naturschutzrechtliche Befreiung für den Wege-Bau davon ab, ob der Kreis die Genehmigung für den Windrad-Bau erteilt. Biologe Peter Kolshorn erklärte im Beirat, er finde es „blöd, dass wir nur über diesen einen Aspekt abstimmen sollen“, der Beirat nur über die Anlage von Wegen, nicht aber über den Bau der Windräder selbst, diskutieren solle. Schließlich  sollten die Windräder nah am Nationalpark de Meinweg errichtet werden. Für den Bund für Umwelt und Naturschutz erklärte Horst Meister, die Naturschutzverbände seien in einem „permanenten Konflikt: Wir sind für Windenergie, gleichzeitig wird aber die Natur eingeschränkt“.

(biro)