Niederkrüchten: Nasse Füße in Zukunft vermeiden

Niederkrüchten : Nasse Füße in Zukunft vermeiden

Die Kreuzung Varbrooker Kirchweg/Erkelenzer Straße/Pannenmühlenstraße in Niederkrüchten war 2018 mehrfach überflutet. Dies hatte für Schäden gesorgt. Das Problem soll in zwei Schritten gelöst werden.

Mit einer Lösung in zwei Schritten soll an der Straße Pannenmühle in Niederkrüchten das Überflutungsproblem gelöst werden. Nach einem Antrag der CDU-Fraktion von Mai 2018 beauftragte die Verwaltung ein Ingenieurbüro damit, dass betroffene Gebiet zu untersuchen und mögliche Lösungsansätze auszuarbeiten.  Dieses kam zum Schluss: Durch Absenkung und einen Wall um ein anliegendes Grundstück sowie eine neue Gestaltung des Ryther Grabens könnten  zukünftig Überflutungen vermieden werden. Für die Umsetzung der Retentionsanlage wird mit Baukosten in Höhe von rund 180.000 Euro gerechnet.

Mehrmals hat der Bereich um Erkelenzer Straße, Pannenmühle und Varbrooker Kirchweg in den vergangenen Jahren unter Wasser gestanden, insbesondere nach länger anhaltendem oder starkem Regen. Grund dafür ist die Lage der umliegenden Gebiete. Dazu gehören viele Ackerflächen, die je nach Bewirtschaftung auch brach liegen und nicht bepflanzt sind. Das führt zu einer verstärkten Bodenerosion.

„Es gab zwei Überflutungen durch wilde Abflutungen von Feldern“, sagt der beauftragte Ingenieur Yorck Lüthje. Ausgangspunkt war der überaus starke Regen am 16. Mai 2018 in Niederkrüchten. Dadurch wurde das Straßengebiet unter Wasser gesetzt. Außerdem wurden weitere Faktoren ausgewertet wie die Beschaffenheit der Umgebung, wo das Wasser herkommt, sich konzentriert und wie die Abflüsse das Wasser ableiten. Eingesetzt wurde ein Verfahren mit Messungen bei Starkregenereignissen.

Dabei wurden auch Regenfälle berücksichtigt, wie sie jeweils nur alle 50 und 100 Jahre vorkommen. Schließlich  wurde aus diesen Daten abgeleitet, wie viel Rückstauvolumen geschaffen werden muss, um die Straßen in Zukunft frei von Wasser zu halten. Lüthje: „Wir sind zum Ergebnis bekommen, dass wir ein Rückhaltevolumen von rund 2400 Kubikmetern benötigen.“

Um diesen Umfang zur Verfügung stellen zu können, haben die Ingenieure eine Lösung in zwei Schritten erarbeitet. Zum einen soll das am Straßengebiet anliegende, 3600 Quadratmeter große Flurstück 38 stufenweise abgesenkt werden und an der zur Straße angrenzenden Seite mit einem Wall versehen werden. Der Wall würde 70 bis 75 Zentimeter hoch sein, ausgehend von der jetzt bestehenden Tiefe. An der tiefsten Stelle würde bei voller Stauung die Wassertiefe bei 1,15 Metern liegen. „Damit würden wir 1500 Kubikmeter Retentionsvolumen schaffen“, sagt Lütjhe.

Zusätzlich soll ein Schacht unter der Erkelenzer Straße eingebaut werden, der zum Ryther Graben führt. Dieser soll dafür neu ausgebaut werden. Das bestehende Einlaufbauwerk muss zurückgebaut werden, auch Teile des Regenwasserkanals sollen umgelegt und angepasst werden. Lüthje erläutert: „Selbst in Ausnahmesituationen sollte das Wasser strukturiert ablaufen können.“

Das Retentionsbecken, wie die abgesenkte Ackerfläche zum Auffangen des Wassers bezeichnet wird, muss auf lange Sicht regelmäßig geleert werden.

Einen genauen Zeitraum für das Vorhaben festzulegen, sei nicht möglich, da dies von mehreren Faktoren abhängig sei. „Nach Erfahrungen mit vergleichbaren Anlagen müssen im Abstand von fünf bis sieben Jahren die unteren Lamellen des Beckens geleert werden“, sagt der Fachmann. Jedoch hoffe er, dass durch eine geeignete Bepflanzung des anliegenden Bodens das Sediment zu einem großen Teil ausgesiebt wird.

Statistisch gesehen waren die Regenfälle von Mai 2018 nicht so stark. Vergleichbarer Regen findet alle zwei Jahre statt. Foto: wahlenberg. Foto: Wahlenberg/wahlenberg

„Wir halten die vorgestellte Lösung für eine gute Möglichkeit. Durch eine richtige Platzierung des Beckens können wir den Großteil des Wassers auffangen“, sagt Bauausschussvorsitzender Jörg Stoltze (SPD). Die nötigen Mittel seien im Haushalt berücksichtigt, heißt es von Seiten der Verwaltung. Die Gemeinde Niederkrüchten schreibt nun die Leistungen im vorgestellten Bauplan aus.