Nachhaltigkeit in Niederkrüchten Mehrweggeschirr statt Plastik bei Veranstaltungen?

Niederkrüchten · Grüne und CDU brachten gemeinsam einen Antrag für Mehrweg auf Veranstaltungen der Gemeinde durch. Für das Marktfest ist das kein Thema: Es findet nicht mehr statt.

Mehrweg statt Plastik soll nicht nur bei Straßenfesten Pflicht werden, beantragen die Grünen.

Mehrweg statt Plastik soll nicht nur bei Straßenfesten Pflicht werden, beantragen die Grünen.

Foto: dpa-tmn/Bernd von Jutrczenka

Den Stein ins Wasser warfen die Grünen. Sie stellten im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur den Antrag, auf Veranstaltungen der Gemeinde Niederkrüchten ausschließlich Mehrweggeschirr vorzuschreiben. Doch die Verwaltung wollte dagegen nur eine Empfehlung gegenüber den gastronomischen Teilnehmern aussprechen, Mehrweggeschirr oder Teile aus nachwachsenden Rohstoffen zu verwenden.

Nach einer längeren Diskussion im Ausschuss fanden die Fraktionen von CDU und Grünen zu einer gemeinsamen Empfehlung an den Rat, ein Plastikverbot durchzusetzen und stattdessen Mehrweg vorzuschreiben. Das solle nicht nur für Straßenfeste gelten, sondern auch für Veranstaltungen in den Begegnungsstätten. Mit den Stimmen von CDU und Grünen fand dieser Antrag eine knappe Mehrheit im Ausschuss. Jetzt steht das Thema im Gemeinderat an, wahrscheinlich auf der Sitzung am 12. Dezember.

Die Verwaltung hat die Sorge, dass zusätzliche Kosten wie für Mehrweg potenzielle Teilnehmer bei abnehmendem Interesse noch zusätzlich abschreckten. In der Tat hat das Marktfest in diesem Sommer nicht mehr stattgefunden. Es wird auch im Jahr 2024 nicht mehr stattfinden. Veranstalter ist der Verein „Niederkrüchten macht mobil“, dessen Vorsitzendender Edgar Lucht dafür drei Gründe angibt. Die Organisation ist für den Vorstand des Vereins personell nicht mehr zu stemmen, die Mitglieder sind alle ehrenamtlich neben ihrem Beruf tätig. In den vergangenen Jahren nahm das Interesse der einheimischen Anbieter immer mehr ab, die Zahl auswärtiger Händler nahm beständig zu. Doch das Marktfest sollte eine Plattform vor allem für die örtlichen Gewerbetreibenden sein. Drittens gab es ein Flächenproblem. Der Platz am Lindbruch sei im Sommer dauerhaft gastronomisch vergeben, da kam der Verein nicht mehr zum Zuge.

Aber nicht das Marktfest, sondern das Street Food Festival hat den Anlass für den Antrag der Grünen gegeben. Denn beim Street Food Festival vom 23. bis 25. Juni 2023 wurde ausschließlich Einweggeschirr benutzt, was für Unmengen von Müll sorgte. Das würde sich aber nicht mehr wiederholen, wie Wirtschaftsförderer Frank Grusen betont. Denn der Veranstalter wolle bei künftigen Veranstaltungen in Niederkrüchten entsprechende Verträge mit den Teilnehmern abschließen und Mehrweggeschirr vorschreiben.

Die Frage, wie man Stadtfeste oder andere Veranstaltungen nachhaltiger gestalten und Müll vermeiden kann, wird nicht nur in Niederkrüchten diskutiert. Die Gemeindeverwaltung hat sich auch umgeschaut, wie andere Kommunen vorgehen oder welche Erfahrungen gemacht wurden. So habe die Stadt Willich für ihre Feierabendmärkte die Vorgabe gemacht, Mehrweggeschirr zu benutzen. Das Geschirr wurde von einem externen Anbieter angemietet und ungespült zurückgegeben, weil eine Spülmobil zu teuer geworden wäre. Die Stadt habe Kosten von 1700 Euro gehabt, die sie aber in Zukunft nicht mehr übernehmen wolle.

Auch in der Gemeinde Schwalmtal war über ein Spülmobil nachgedacht worden. Es hätte 2019 bereits rund 26.500 Euro gekostet, plus jährlichen Kosten zwischen 500 und 1200 Euro. Wegen der hohen Kosten wurde das Projekt verworfen. Bei Veranstaltungen des Schwalmtaler Gewerbevereins komme aber regelmäßig das Spülmobil eines örtlichen Getränkehändlers zum Einsatz.

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