Niederkrüchten: Gemeinde plant weitere Blühwiesen

Umweltausschuss Niederkrüchten : Gemeinde plant weitere Blühwiesen

Im Grenzland steht das Thema Blühwiesen hoch im Kurs. Auch in Niederkrüchten sollen neue Streifen entstehen. So soll unter anderem demnächst eine 6200 Quadratmeter große „Nasch-Allee“ angelegt werden.

Der kleinste Beitrag zum Insektenschutz in der Gemeinde ist gerade mal fünf Quadratmeter groß. Es ist ein Wildblumenbeet, das die Kinder der Kita Unterm Regenbogen in Elmpt angelegt haben. Hier sollen sich bald Bienen und andere Insekten tummeln. Arten- und Insektenschutz fängt eben bei den Kleinsten an. Dem Beispiel der Kinder will die Gemeinde nun im größeren Stil folgen. Nachdem Grüne und CDU Anträge zur Sicherung von Insektenlebensraum und Artenvielfalt vorgelegt hatten, stellte die Verwaltung nun im Planungs- und Umweltausschuss ein Bündel von Maßnahmen vor, die geplant oder bereits umgesetzt sind.

Thomas Lankes vom Liegenschaftsamt erklärte, dass in Niederkrüchten aktuell rund 4,3 Hektar gemeindlicher Flächen für Natur- und Insektenschutzprojekte genutzt werden. Das sind zum Beispiel zwei Streuobstwiesen in Elmpt und Venekoten, mehr als 4000 Quadratmeter Wildblumenwiesen, die im Bereich von Regenrückhaltebecken angelegt wurden, oder Blühstreifen auf Ackerflächen. Auch der Waldkindergarten in Venekoten macht mit: Die „Waldbären“ wollen ein ökologisch unbedeutendes Wiesengrundstück in ein 500 Quadratmeter großes Biotop für Wildbienen umwandeln.

Insgesamt 6200 Quadratmeter an Verkehrs- und Straßennebenflächen stellt die Gemeinde zur Verfügung, um eine „Nasch-Allee“ anzulegen. Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes werden knapp 24.000 Quadratmeter gemeindeeigenes Grünland an örtliche Landwirte verpachtet. Dabei geht es um eine 10.000 Quadratmeter große Fläche am Vietendell in Elmpt und um das 14.000 Quadratmeter große Flugfeld des Modellsportvereins „Schwalbe II“ (der das Gelände trotzdem weiter nutzen kann) in Overhetfeld. Von den insgesamt 6,6 Hektar gemeindeeigenem, verpachtetem Ackerland haben die Landwirte bereits 2,8 Hektar in Blühstreifen umgewandelt.

In der Politik stießen die Maßnahmen auf ein positives Echo. Johannes Wahlenberg (CDU) regte an, auch die Bürger für das Thema zu sensibilisieren – gerade angesichts der zunehmenden „Verschotterung“ vieler privater Gärten und Vorgärten. Denkbar sei zum Beispiel eine Infobroschüre über insektenfreundliche Sträucher und Blumen im Hausgarten. „Artenschutz fängt bei jedem selbst an“, so Wahlenberg.

Beate Siegers (Grüne) kritisierte, dass viele Landwirte ihre Felder bis unmittelbar an die angrenzenden Wirtschaftswege beackern, so dass immer wieder wertvolle Wegsaumbiotope wegfallen.

Der Ausschuss beschloss, dass die Verwaltung auf geeigneten gemeindlichen Flächen weitere Blühwiesen schaffen soll. Außerdem soll an Wegrändern und Böschungen, da wo es die Verkehrssicherheit erlaubt, auf einen regelmäßigen radikalen Rückschnitt verzichtet wird.

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