Niederkrüchten: Freibad soll erhalten bleiben

Bad soll erhalten bleiben : Bürger kämpft für Freibad in Niederkrüchten

Dirk Zilz hat im Internet eine Petition gestartet: Der 45-Jährige sammelt Unterschriften, damit das Bad in Niederkrüchten erhalten und mit einem Hallenbecken zum Kombi-Bad ausgebaut wird.

Draußen 30 Grad – aber wer schwimmen will, steht am Kamp in Niederkrüchten vor verschlossenen Türen. Das Freibad bleibt in diesem Jahr zu. Diesen Beschluss hatte der Rat gefasst, nachdem klar wurde, mit welchem Aufwand die beiden Bäder der Gemeinde – das Hallenbad in Elmpt und das Freibad in Niederkrüchten – saniert werden müssten. Ein Niederkrüchtener setzt sich jetzt dafür ein, dass das Freibad wieder in Schuss gebracht und um ein neues Hallenbad ergänzt wird.

Um das Freibad kurzfristig so wieder herzustellen, dass man es in diesem Jahr hätte nutzen können, hätte die Gemeinde 184.500 Euro in die Hand nehmen müssen. Darauf verzichtete die Politik. Stattdessen wird derzeit das Hallenbad saniert, es soll im Herbst wieder öffnen. Und die Politiker gaben der Gemeindeverwaltung den Auftrag, mit der Brüggener Gemeindeverwaltung über den Bau eines gemeinsamen Bades für beide Kommunen zu reden. Noch ist unklar, ob sich auch in Brüggen eine Mehrheit für ein interkommunales Bad mit Niederkrüchten findet. Für den Neubau im Gespräch ist das Gelände der alten Ziegelei Brimges an der B221. Es liegt nah an Brüggen, aber auf Niederkrüchtener Gebiet.

Dirk Zilz aus Niederkrüchten hat im Internet eine Petition auf den Weg gebracht. Unter dem Titel „Rettet das Niederkrüchtener Freibad in neuer Form – bevor es abgerissen wird!“ bittet Zilz um Unterschriften von Menschen, die das Freibad erhalten wollen. „Wir fordern vom Bürgermeister und Rat die Erstellung eines alternativen Konzeptes für ein voll saniertes Freibad Niederkrüchten am bisherigen Standort mit integriertem Neubau eines kleinen Hallenbades, das moderne Duschen und Umkleiden für einen ganzjährigen Betrieb enthält“, beschreibt Zilz seine Idee. Mit dem Konzept solle ein Ingenieurbüro beauftragt werden, das Erfahrung mit Freibadsanierungen habe.

Sein Engagement in der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Niederkrüchten und Gespräche mit Freunden brachten Zilz auf die Idee, eine Online-Petition zu starten. „Viele Bürger ärgern sich, dass das Freibad nicht geöffnet ist“, sagt der 45-Jährige. Die Unterschriften sammle er privat, stellt er klar, nicht für die DLRG – wenngleich er als Schwimmtrainer und Ausbilder spürt, wie sehr den Lebensrettern das Freibad als Trainingsort fehlt. „Wir sind jetzt im Solarbad Waldniel“, sagt Zilz. Das sei okay, auch wenn sich Ausbilder und Kinder auf andere Trainingstage einstellen mussten.

Er hofft, dass durch die Petition mindestens 2000 Unterschriften, besser 5000, zusammenkommen. 1616 Unterstützer zählte die Petition bis gestern Nachmittag, Unterschriften werden noch acht Wochen lang gesammelt. Dann will Zilz die Unterschriften an Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) übergeben, damit sich der Rat in seiner Sitzung nach den Sommerferien damit beschäftigen kann.

Der Rat werde über das Anliegen sprechen, versichert Wassong. Er finde es gut, wenn sich Bürger engagierten, um eine gute Lösung zu finden. Allerdings liege nach dem Ratsbeschluss aus Niederkrüchten derzeit „der Ball auf dem Spielfeld der Brüggener“. Sollte man sich dort gegen ein interkommunales Bad mit Niederkrüchten entscheiden, „müssen wir hier überlegen, ob wir uns ein eigenes Bad leisten können“, so Wassong. Er hofft allerdings, dass die Brüggener im September einem gemeinsamen Bad zustimmen werden: „Neu und interkommunal kann für mich nur die Lösung sein – und so attraktiv, dass sich das in den Betriebskosten widerspiegelt.“ Denn allein mit den Investitionskosten sei es nicht getan: Für die beiden Niederkrüchtener Bäder gab die Gemeinde zuletzt rund 500.000 Euro pro Jahr aus.

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