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Niederkrüchten: Feuerwehr übt neue Techniken ein

Feuerwehr Niederkrüchten : Feuerwehr übt neue Techniken ein

Auf einem Feld in Oberkrüchten fand der Praxistag des Kreisseminars für Vegetationsbrandbekämpfung unter der Leitung von Jens Claßen statt.

In der vergangenen Woche fand der Praxistag des Kreisseminars „Vegetationsbrandbekämpfung“ in der Nähe des Sportplatzes Oberkrüchten statt. Hierzu wurde ein ein Quadratkilometer großes Feld mit Hilfe einer Vielzahl von Landwirten vorbereitet. Seminarleiter war Jens Claßen. Wir sprachen mit dem Team.

Geht es bei der Übung immer noch um den Waldbrand am Meinweg?

 Der Wehrführer der Niederkrüchtener Feuerwehr, André Erkens.
Der Wehrführer der Niederkrüchtener Feuerwehr, André Erkens. Foto: Ahlen, Heike (hah)

Jens Claßen Bei der Übung ging es um mehr: Vegetationsbrand meint alles, was draußen brennt – vom Stoppelfeld über eine Heidefläche bis zum Wald. 2018 haben wir uns in Niederkrüchten erste Gedanken gemacht, wie wir uns auf Vegetationsbrände vorbereiten können. Denn es gibt hier jede Menge Wald und Heide. Und auf Grund der trockenen Sommer 2018 und 2019 haben wir dann vor zwei Jahren in Mecklenburg und Brandenburg an Schulungen für Waldbrand-Bekämpfung teilgenommen und sehr viel dabei gelernt. Auch Rainer Höckels als Kreisbrandmeister hat die Notwendigkeit sehr schnell erkannt. Aus diesem Grund hat der Kreis Viersen das Seminar „Vegetationsbrandbekämpfung“ als interkommunale Kreisausbildung etabliert.

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Welche Techniken schulen Sie denn bei diesem Seminar?

André Erkens Das ist ganz unterschiedlich. Vom Handwerkzeug über Löschangriffe mit Schläuchen bis hin zum sogenannten Pump & Roll versuchen wir, den Teilnehmern das breite Spektrum aller Techniken näher zu bringen.

Pump & Roll – was ist das?

Frank Smets, Kevin Mennen Das Übliche ist, dass das Löschfahrzeug ausrückt, vor Ort steht und der Brand mit Schläuchen gelöscht wird. Was aber, wenn zum Beispiel ein trockener Grünstreifen an der Autobahn auf 600 Metern brennt? Für so etwas haben wir das „Pump & Roll“-Verfahren geübt. Mit diesem Verfahren kann das Löschfahrzeug auch im Fahren Wasser abgeben und der Brand kann über eine größere Einsatzlänge bekämpft werden.

Gibt es besonderes Werkzeug?

Andre Erkens, Niklas Albers:  Geübt wurde auch mit Feuerpatschen, Hacken und Löschrucksäcken, aber auch mit Laubbläsern. Mit den Hacken können Sie Wundstreifen in die Vegetation schlagen, damit das Feuer keine Nahrung findet. Bei Feuerpatschen darf man nicht an eine Fliegenpatsche denken, das sind eher übergroße Schaufeln, so groß wie ein aufgeschlagenes DIN A4-Heft. Damit kann man Flammen ausschlagen, die vielleicht bis zu 50 Zentimeter hoch sind.

Was macht man denn mit Laubbläsern im Vegetationsbrand?

Richard Coenen, Mike Langenbahn Laubbläser sind vielleicht ungewöhnlich bei uns in der Brandbekämpfung, damit kann man aber die Flammen in die Richtung des bereits verbrannten Geländes zurückdrängen. Das Feuer findet keine Nahrung mehr und geht einfach aus. Wir haben zudem einige Versuche mit einer Wasserdüse am Laubbläser durchgeführt und konnten eine noch bessere Löschwirkung feststellen.

Auch die Flugbereitschaft der Polizei war mit beteiligt?

Jens Claßen: Die Fliegerstaffel der Landespolizei war mit einem Hubschrauber zugegen, um das Auffüllen und Löschen mit dem großen Löschwasserbehälter „Bambi Bucket“ zu üben.

Was hat es mit dem neu entwickelten Vegetationsbrandbekämpfungsanzug auf sich?

Jens Claßen, Heinz-Willi Lehnen: Diese neuen Anzüge sind nicht so dick und viel leichter. Wir haben uns angeschaut, was es am Markt gibt. Die meisten Anzüge sind noch immer sehr warm beim Tragen, das wollten wir ändern. Das Problem bei Waldbränden ist, dass die Verletzungen der Feuerwehrleute im Einsatz vor allem Hitzschläge sind. Der neue Anzug ist noch ein Prototyp in einer für die Feuerwehr eher unüblichen Farbgebung.

Die Übung mit vielen Kollegen aus dem ganzen Kreis Viersen war sicher interessant.

Rainer Höckels  Die Übungen waren spannend, überaus körperlich anstrengend, aber es hat auch Spaß gemacht, mit dem Team wieder einmal Feuerwehrleute aller Wehren auf dieses Einsatzfeld vorzubereiten. Dieses Seminar wird 2022 erneut durchgeführt.