Niederkrüchten: Bürgermeister Kalle Wassong will mit Bürgern über Freibad diskutieren

Niederkrüchten : „Ich will sachlich über Bäder diskutieren“

Niederkrüchtens Bürgermeister lädt für den 16. August zum Dialog ins Rathaus ein

Seit Wochen wird in Niederkrüchten über den Erhalt des Freibads gestritten. Bürger fordern in einer Online-Petition die Rettung des Bades. Bis gestern Nachmittag hatte die Petition im Internet 4543 Unterstützer gefunden, davon 2436 aus Niederkrüchten. Nach Medienberichten und teils heftigen Diskussionen in sozialen Netzwerken hat Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) nun für Donnerstag, 16. August, einen Sonder-Bürgerdialog angesetzt: Im Rathaus in Elmpt, Laurentiusstraße 19, will er ab 18 Uhr mit Bürgern über die Zukunft der Bäder diskutieren.

Sie laden mehrmals im Jahr zum Bürgerdialog ein. Warum gibt es jetzt diese Sonderveranstaltung?

Kalle Wassong Die Bürgerdialoge haben sich etabliert. Weil ich ab 18. August in Urlaub bin und  das Thema derzeit breit diskutiert wird, wollte ich den Bürgern die Gelegenheit geben, sich mit Bürgermeister und Verwaltung auszutauschen.

Da nehmen Sie aber möglicherweise viel Ärger mit in den Urlaub.

Wassong  Verantwortlich für die Entscheidungen im Bereich der Bäder ist der Rat – auch wenn der Bürgermeister und die Verwaltung jetzt im Fokus stehen. Der Rat hat im Frühjahr beschlossen, das Freibad in diesem Jahr nicht zu öffnen. Und der Rat wird im September diskutieren, wie die Zukunft der Bäder aussehen soll. Mir ist es wichtig, die Anregungen der Bürger an den Rat weitergeben zu können. Es stehen viele Interpretationen im Raum, und nicht alles stimmt, was manche Leute in den sozialen Netzwerken schreiben. Deshalb möchte ich gern dazu Stellung beziehen und manche Dinge auch erklären.

Wen würden Sie gern beim Bürgerdialog im Rathaus sehen?

Wassong Jeden Bürger, der mit dem Bürgermeister über die Zukunft der Bäder sprechen möchte. Mir ist klar, dass das von regionaler Bedeutung ist. Das Angebot richtet sich an alle Bürger, die die Niederkrüchtener Bäder bislang genutzt haben, insbesondere aber an Menschen aus der Gemeinde Niederkrüchten.

Nach der Behauptung im Internet, das Freibad-Grundstück sei bereits verkauft, haben Sie die Kommentarfunktion gesperrt und den Nutzern mitgeteilt, einige Kommentare rechtlich prüfen zu lassen. Wie wollen Sie in einer solchen Situation die Diskussion wieder beruhigen?

Wassong Meine Reaktion sollte deutlich machen, dass es so nicht geht, da muss ich auch die Verwaltung schützen. Ich möchte zu einer Versachlichung des Themas beitragen. Das geht aber nur, indem man über die Situation und die Vorgehensweise aufklärt. Im September werden Ausschuss und Rat über die Zukunft der Bäder diskutieren. Die Sitzungen sind öffentlich.

Vor der Bürgermeisterwahl haben Sie sich für den Erhalt des Freibads eingesetzt, jetzt werben Sie für eine interkommunale Lösung. Wie passt das zusammen?

Wassong Ja, das habe ich 2015 gesagt, aber ohne zu wissen, wie es um das Bad steht. Wir haben es uns erst 2017 richtig angesehen. Daraufhin habe ich meine Meinung geändert. Deshalb handele ich aber nicht entgegen meines Wahlprogramms. Wenn sich die Sachlage anders darstellt, muss ich auch meine Meinung dazu ändern können.

Wenn Sie früher gewusst hätten, dass der Sommer so heiß wird, hätten Sie das Freibad offen gehalten?

Wassong Wenn es im Februar, als der Rat die Entscheidung traf, das Freibad nicht zu öffnen, eine klare Prognose für diesen Jahrhundertsommer gegeben hätte, hätte man immer noch überlegen müssen, ob man 185.000 Euro reinsteckt. Mal ehrlich: Wir hatten schon 2017 große Probleme mit der Wasserqualität, als wir das 50-jährige Bestehen des Freibads gefeiert haben. Auch der Jahrhundertsommer hätte nichts daran geändert, dass wir diese Probleme hätten lösen müssen.

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