Neues Programm Euregia - Frauenwege zwischen Rhein und Maas Viersen

Viersen : Ein halbes Jahr mit Euregia

Der Geschichtsverein Euregia — Frauenwege zwischen Rhein und Maas stellt sein neues Programm vor. Im Fokus stehen wegweisende Persönlichkeiten, ausdrucksstarke Mode und eine mystische Reise.

Sie zeichnen Biografien wegweisender Frauen auf, hinterfragen kritisch die Produktionswege der Modeindustrie und begeben sich auf die Spuren der Landespatronin Irlands: Die Mitglieder des Viersener Geschichtsvereins Euregia – Frauenwege zwischen Rhein und Maas haben für die zweite Jahreshälfte ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Auftakt ist am Mittwoch, 14. August.

Mode im Wandel der Zeit Gesellschaftliche Zustände, Zeitgeist, Material und Technik bestimmen mit, wie in einer Epoche Kleidung aussieht. Maria Claßen vom Verein Euregia möchte in einem Vortrag am Mittwoch, 14. August, einen Überblick über die Modegeschichte geben. Dabei geht sie vor allem auf die kulturelle Bedeutung der Mode ein.

Mythos neue Frau Eine Exkursion führt die Teilnehmer am Sonntag, 25. August, nach Euskirchen ins Industriemuseum des Landschaftsverbands Rheinland. Dort besuchen sie die Ausstellung „Mythos neue Frau – Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“. Zu sehen ist dort Mode aus der Zeit zwischen 1900 und 1930. Die Ausstellung dokumentiert, wie sich in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche die Kleidung veränderte. Frauen wurden mobiler, fuhren nun mit dem Rad oder der Straßenbahn, sie arbeiteten in Büros und Telefonzentralen, trieben in ihrer Freizeit Sport – sie brauchten also vor allem funktionale moderne Kleidung. Unpraktische Korsetts und lange Röcke entsprachen nicht mehr den Ansprüchen. Wer mit nach Euskirchen fahren möchte, kann sich bis Montag, 19. August, bei Angela Klein-Kohlhaas, Telefon 02162 574280, anmelden. Der Eintritt ins Museum kostet vier Euro.

Unerschrockene Juristin Die amerikanische Richterin Ruth Bader Ginsburg setzte in den 1970er-Jahren wegweisende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter durch. 1993 schlug der damalige Präsident Bill Clinton sie als zweite Frau für den Supreme Court der USA vor, in den sie dann auch berufen wurde. Bis heute gehört sie ihm an. Die 86-Jährige gilt als unerschrockene Kämpferin. Henrika Burgener vom Geschichtsverein Euregia stellt Bader Ginsburg und ihr Lebenswerk am Mittwoch, 11. September, in einem Vortrag vor.

Woher kommt unsere Kleidung? „Ich bin schick und du musst schuften“ ist der Titel eines Vortrags am Mittwoch, 9. Oktober. Referentin Christiane Schnura aus Wuppertal, Koordinatorin der „Kampagne für saubere Kleidung“, zeigt, was einige Modefirmen lieber vorenthalten: Wo kommt unsere Kleidung eigentlich her? Wer fertigt sie unter welchen Bedingungen? Niedrige Löhne, lange Arbeitszeiten und mangelnde Arbeitsrechte: Das betrifft häufig Frauen. Wie Verbraucherinnen aktiv werden können und welche Alternativen es gibt, diskutieren die Teilnehmerinnen des Vortrags im Anschluss.

Salon-Abend Der Geschichtsverein lädt für Freitag, 8. November, zu einem Salon-Abend über Constance de Salm ein. Geboren 1767 in Nantes, gilt sie als eine der erfolgreichsten französischen Schriftstellerinnen. Als sie mit dem Fürsten zu Salm-Reifferscheidt-Dyck verheiratet war, verbrachte sie die Sommermonate auf Schloss Dyck in Jüchen und die übrige Zeit in Paris, wo sie einen einflussreichen Salon betrieb. Die Referentinnen Maria Claßen und Angelika Kamper führen die Gäste des Salon-Abends in das 19. Jahrhundert der gehobenen Kreise. Die Künstlerinnen Beate Buttler, Monika Enders und Renate Ulber haben eigens für diesen Abend Bilder geschaffen, die Constance de Salm und den Englischen Park von Schloss Dyck zeigen. Rudolf Rijken begleitet die Veranstaltung am Klavier.

Frauenrechte 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland, 70 Jahre Grundgesetz und Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen: alles wichtige Meilensteine im Kampf um Frauenrechte. Doch noch immer werden Frauen und Mädchen in vielen Ländern nicht vor Ausbeutung und Gewalt geschützt. Angela Klein-Kohlhaas vom Geschichtsverein möchte am Mittwoch, 13. November, einen Überblick über die Entwicklung geben. Sie stellt Institutionen wie Terre des femmes und Medica Mondiale vor, die sich international dafür einsetzen, dass Frauen ihre Rechte durchsetzen können.

Ausflug ins Neuland In der Ausstellung „Neuland – Pionierinnen, die Geschichte schrieben“, werden historische und zeitgenössische Persönlichkeiten vorgestellt, die für Frauen in verschiedenen Lebensbereichen wie Politik, Kunst und Sport Bahnbrechendes geleistet haben. Einige von ihnen stammen vom Niederrhein. Zu sehen ist die Ausstellung ab Freitag, 30. August, im Kulturbahnhof Korschenbroich. Der Verein Euregia lädt für Sonntag, 24. November, zu einem Ausflug nach Korschenbroich ein. Interessierte können sich bis zum 18. November bei Angela Klein-Kohlhaas, Telefon 02162 574280, anmelden.

Auf den Spuren der Brigid Die Landespatronin Irlands ist auch nach Jahrtausenden immer noch eine Frauengestalt mit viel Ausstrahlung. Sie wird von den Einen als Göttin verehrt, von anderen als Heilige. Brigid gilt als Licht- und Friedensbringerin, als Beschützerin der Erde. Die Matriarchatsforscherin Johanna Braun-Zakaryan zeigt am Mittwoch, 11. Dezember, Reise-Bilder und begibt sich mit ihren Gästen auf Brigids Spuren.

Schauplatz für alle angebotenen Vorträge ist das Café Kultur zur Narrenmühle, Lange Straße 165 in Dülken. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

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