Viersen: Neues Buch übers Johannistal

Viersen: Neues Buch übers Johannistal

Über die Geschichte der Kirche der Landesklinik und die Menschen dort erzählt Heribert Allen aus Süchteln in seinem Büchlein. Gewidmet hat er es dem ehemaligen langjährigen Pastor Roland Tendyck.

"Ich wollte über und für die Menschen schreiben, die in der Landesklinik leben und arbeiten!" Das war einer der Gründe, die Heribert Allen bewogen, das Büchlein "Johanniskirche und Johannistal" zu schreiben. In Süchteln geboren, wuchs Allen, der gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, mit der Präsenz der "Anstalt", der heutigen Landesklinik für Psychiatrie, auf. Ihn verband und verbindet heute noch vieles mit den dort tätigen Menschen, zumal er an der Kirche 40 Jahre als katholischer Organist wirkte.

Namen zum Jubiläum

"Kirche der Landesklinik" hieß die Simultan-Kirche (katholisch und evangelisch) 100 Jahre lang. Sie ist eingetragenes Denkmal als Kirche des "Landeskrankenhaus Johannisthal". Zum Jubiläum regte Allen an: "Unsere Kirche muss endlich einen Namen haben!" Am 26. August 2006 erhielt sie in einem ökumenischen Gottesdienst mit dem Aachener Weihbischof Dr. Johannes Bündgens den Namen Johanniskirche.

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Heribert Allen wollte mit seinem Büchlein auch Vorurteile gegenüber der Klinik ausräumen. Er stöberte sogar im Bistums-Archiv in Aachen und fand dort eine dicke Akte über die schwere Arbeit der Pflegekräfte während der Nazi-Zeit, wie sie "ihre volle Lebenskraft einsetzten, um Gutes zu tun an den Betroffenen und dabei unsäglich gelitten haben". So ist sein Buch nicht nur eine Chronik geworden, sondern eine Erzählung. Am Anfang steht der überraschende Fund eines Beils aus der Bronzezeit. Allen erzählt auch die Sagen aus fernen Zeiten: "Zukunft braucht Herkunft" ist eins seiner Leitworte geworden.

So spannt er einen weiten Bogen von den Menschen der Frühzeit über das Mittelalter bis zur Neuzeit. Dazu gehört die Sage der Johannis-Kapelle, die Namensgeberin für die Kirche werden sollte. Allen erzählt auch die Geschichte der Landesklinik und ihrer Arbeit. Dann widmet er sich der Kirche: "Ich wollte nicht nur über die baulichen Aspekte schreiben. Für mich sind die Menschen wichtig, die dort arbeiteten." So berichtet er über die katholischen Pfarrer, die an der Kirche wirkten. Dem im August verabschiedeten katholischen Pfarrer Roland Tendyck widmete Allen sein Büchlein als Festschrift zur Abschiedsfeier.

Diese Broschüre bietet "rundum eine Fülle Lesenswertes", lobt Beate Dahlmann, evangelische Pfarrerin in der Landesklinik. Es ist lesenswert für alle Süchtelner und für alle die Menschen, die sich der Landesklinik verbunden fühlen. Auf 112 Seiten hat Heribert Allen mit Hilfe vieler Menschen Namen und Bilder aus alter und neuer Zeit zusammengetragen. "Da ist für jeden etwas dabei", sagt der Süchtelner Hobbyautor.

(RP)
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