Neuer Job, weniger Geld, mehr Spaß - Ulrike Mrugalle arbeitet für die evangelische Kirchengemeinde in Viersen-Süchteln

Viersen-Süchteln : So macht die Arbeit Spaß

Ulrike Mrugalla ist seit fast vier Monaten bei der evangelischen Kirchengemeinde in Süchteln angestellt. Sie hat ihrem alten Leben den Rücken gekehrt, verdient weniger als früher und ist dennoch vollauf begeistert.

„Es ist schön, wenn die Kinder mich begeistert ihre Lieblingsköchin nennen oder mir von einer Eins in der Schule erzählen“, sagt Ulrike Mrugalla. Lächelnd erzählt die 54-Jährige von ihrer Tätigkeit bei der evangelischen Kirchengemeinde in Süchteln. Dort ist sie seit dem 1. Januar angestellt und sowohl für die Seniorenarbeit im Katharina-von-Bora-Haus zuständig als auch als Betreuerin im evangelischen Jugendzentrum „Evve“ tätig, wo sie montags bis donnerstags die Hausaufgabenbetreuung mit Mittagssnack leitet.

Die Süchtelnerin arbeitete zuvor 28 Jahre lang bei einer Krankenkasse im Bereich der Prävention. Dort wollte sie aber nicht länger bleiben, zu wenig konnte sie ihre persönlichen Moral- und Wertvorstellungen mit dem Beruf vereinen. Der Zufall half: Mrugalla blätterte in einem Flyer der evangelischen Kirchengemeinde, sah die Jobausschreibungen für die Seniorenarbeit und die Hausaufgabenbetreuung — und bewarb sich auf beide Stellen. Dass sie katholisch ist, stellte überhaupt kein Problem dar. „Nach dem Vorstellungsgespräch ging dann auch alles sehr schnell“, sagt sie. Von Beginn an sei sie sehr herzlich von allen aufgenommen worden. Natürlich sei der neue Job eine finanzielle Umstellung gewesen, ergeben doch beide Tätigkeiten keine Vollzeitstelle, das ist Mrugalla aber auch recht so: „Dafür habe ich einen hohen Freizeitausgleich, den kann man mit Geld nicht bezahlen.“

In der gewonnenen Freizeit spaziert Mrugalla gerne mit ihrem Hund über die Süchtelner Höhen und fährt Fahrrad, am Wochenende ist die Diplomsportlehrerin seit 20 Jahren schon auf freiberuflicher Basis als Übungsleiterin im Landessportbund, unter anderem in Viersen und Mönchengladbach, tätig. Mrugalla findet es schön, dass sie nun auch ihre neue Arbeitsstelle mit dem Rad oder zu Fuß erreichen kann und nun nach mehreren Jahren, in denen sie in Köln und Nettetal gewohnt hat, wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Mrugalla bedauert, dass die Stadt Viersen den Haushalt noch nicht verabschiedet hat, denn darunter leider die Einrichtung sehr: „Wir können nur sehr wenig planen, das ist schade und es betrifft vor allem die Kinder ganz direkt“, sagt sie. Ansonsten fühlt sich Mrugalla im Katharina-von-Bora-Haus und dem „Evve“ sehr wohl: „Ich bekomme hier viel Dankbarkeit von den Kindern und Senioren“, sagt die 54-Jährige. Das Nehmen und Geben habe ihr im vorherigen Beruf gefehlt. Sie habe ihre berufliche Wendung „noch keine Minute bereut.“

Ulrike Mrugalla ist zufrieden mit ihrem neuen Leben und der Entscheidung, die sie getroffen hat: „Das höchste Gut im Leben ist schließlich die Zufriedenheit, die muss man im privaten und auch beruflichen Alltag suchen. Ich habe sie gefunden.“