Schwalmtal: Neuer Bauhof in Betrieb

Schwalmtal: Neuer Bauhof in Betrieb

Vorbei die Zeiten, in denen in der alten Halle des Schwalmtaler Bauhofs alles gelagert wurde, was man gerade nicht brauchte. Auf dem neuen Gelände der ehemaligen Firma Rumpus schafft ein durchdachtes Konzept Ordnung.

Fast ein Jahr lang hatten Mitarbeiter des Schwalmtaler Bauhofs die alte Halle entrümpelt. Über 20 Jahre lang war dort gehortet worden, was immer der Gemeinde gerade in die Hände fiel. "Immer hat man gesagt: ,Vielleicht kann man das noch mal brauchen, vielleicht ist das noch zu irgendwas gut'", erinnert sich Bauhofleiter Alexander Vieten an diese Zeit. So hatte die Gemeinde in der alten Halle etwa noch die Toilettenanlagen aus der alten Schule in Hehler aufbewahrt, "für irgendwann mal."

Lager für Vasen aus Ganges

Die sind jetzt weg. Denn für den Umzug in den neuen Bauhof auf dem ehemaligen Rumpus-Gelände wurde ordentlich entrümpelt. Nicht nur die Bauhof-Mitarbeiter kümmerten sich ums Ausmisten, auch die einzelnen Fachbereiche der Gemeindeverwaltung mussten melden, was sie im Bauhof künftig noch lagern wollen und wie viel Platz sie brauchen. So stehen etwa in einem kleinen Zimmer in der ersten Etage die beiden Vasen aus Ganges, die die französische Partnerstadt einst schenkte. Bei schönem Wetter sollen sie wieder im Rathaus-Innenhof aufgestellt werden. Ein großer Blumenkübel ist mit umgezogen, "der ist noch aus dem Trauzimmer", berichtet Michael Pesch, Chef der Schwalmtalwerke. Auch die Weihnachtsbeleuchtung hat der Bauhof eingelagert, die Wahlurnen und die Plakatständer für Wahlkampfzeiten – bald werden sie wieder gebraucht.

Für die tägliche Arbeit der 13 Bauhof-Mitarbeiter und ihrer beiden Kollegen von den Wasserwerken, die ebenfalls in das neue Gebäude eingezogen sind, steht in großen Hallen und draußen das Arbeitsgerät parat: die Unimogs und 7,5-Tonner, Rasenmäher, Container, Straßensperren und Schubkarren. Zwei Werkstätten – eine kleinere für die Wasserwerke und eine größere für den Bauhof – sind außerdem im Gebäude untergebracht. Durch große Fenster im Dach fällt viel Tageslicht in die Hallen. "Ein Minimum an Energieverbrauch war uns wichtig", stellt Architekt Dirk Hilgers aus Amern heraus. Auch in Sachen Energiegewinnung präsentiert sich der neue Bauhof fortschrittlich: Über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird Strom erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist.

Eigentlich hätte der Bauhof schon Ende Januar umziehen sollen, doch der Winter machte den Planern einen Strich durch die Rechnung. Wegen der Witterung mussten die Arbeiten am Außengelände ruhen – dort, wo Schüttgüter wie Sand, Schotter und Kies und auch das neue, 60 Kubikmeter fassende Salzsilo (72 Tonnen Salz) stehen. Am Wochenende jetzt war der Umzug, und sowohl Planer als auch Mitarbeiter sind mit dem neuen Gebäude zufrieden. "Kleinere Arbeiten stehen noch an", sagt Bauhofleiter Vieten, "aber das Gros haben wir hinter uns."

(RP)