Neuer Ärztlicher Leiter für LVR-Klinik für Orthopädie in Viersen

Ärztlicher Direktor Jochen Neßler : LVR-Klinik für Orthopädie hat neuen Direktor

Jochen Neßler ist seit wenigen Tagen offiziell im Amt. Als Ärztlicher Direktor möchte er dafür sorgen, dass die Klinik größer und weiter modernisiert wird.

Als Chefarzt der LVR-Klinik für Orthopädie Viersen verbringt Jochen Neßler meist mehrere Stunden täglich im Operationssaal. Er muss Fingerspitzengefühl beweisen, Handgriffe präzise ausführen. Und dann hat er in seiner Freizeit tatsächlich noch die Muße, an alten Traktoren herumzubasteln, um sie zu restaurieren? „Ja“, sagt der 52-Jährige. „An sich bin ich ein als Arzt getarnter Handwerker.“ Klingt logisch, schließlich gehört ja zur Medizin auch viel Handwerk. Dafür zu sorgen, dass es auf aktuellen Standards basiert, dass Technik weiterentwickelt, Methoden angepasst werden, ist Teil seiner Arbeit als Ärztlicher Direktor der Klinik. Seit wenigen Tagen ist Neßler offiziell im Amt. Doch das, was damit verbunden ist, fällt schon deutlich länger in seinen Aufgabenbereich.

Neßler ist Nachfolger von Dietmar Pierre König, der im Sommer 2019 gestorben ist. König war krank, in den vergangenen drei Jahren habe er schrittweise die Leitung von ihm übernommen, erzählt der 52-Jährige. Am 1. Januar 2019 wurde er stellvertretender Ärztlicher Direktor, seitdem leite er die Klinik eigentlich alleine, ergänzt Neßler.

Seit knapp 25 Jahren ist er Mitarbeiter der Orthopädie Viersen. „Ich bin hier groß geworden“, sagt er. Zwischendurch brach er mal für ein Jahr aus, arbeitete zum Beispiel in einer chirurgischen Abteilung – doch das machte ihm nicht so viel Spaß wie die Orthopädie. In der Klinik in Süchteln ist er seit dem 1. Januar 2019 Chefarzt und seit zwei Jahren Leiter des Endoprothetikzentrums. Dabei hat er sich auf den Bereich der Hüft-, Knie- und Schulter­endoprothetik spezialisiert, nach Angaben des LVR werden im Endoprothetikzentrum jährlich mehr als 1300 künstliche Gelenke eingesetzt. Weitere Schwerpunkte seien die Wirbelsäulenchirurgie und arthroskopische Operationen großer Gelenke.

Schon seit einigen Jahren restauriert der Mediziner in seiner Freizeit Traktoren – hier ein Archivbild. Foto: Ja/Laaser, Jürgen (jl)

In einer Feierstunde ist Neßler am Mittwoch in sein Amt eingeführt worden. Martina Wenzel-Jankowski, LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen, lobte: „Sie haben einen großen Anteil daran, dass die LVR-Klinik für Orthopädie zukunftsweisend aufgestellt ist.“ So habe er etwa neue Operationsmethoden wie das Einsetzen künstlicher Knie mithilfe moderner, computergesteuerter Navigationssysteme eingeführt. Neßler installierte auch die Fast-Track-Methode: Patienten verlassen bereits am Tag der Operation die Betten und machen erste Gehversuche. Narkoseformen, veränderte Schmerztherapie, andere OP-Methoden – all das sei nötig, um dafür zu sorgen, dass Patienten nach einer Operation schneller wieder mobil würden, erläutert Neßler. Auch die Behandlung des Patienten vor der Operation müsse mit einbezogen werden. „Alle Prozesse mussten angefasst und angepasst werden.“

Weil Patienten die Klinik schneller verlassen, können mehr behandelt werden. Aber: „Unsere Kapazitäten im Bereich der Operationen sind ausgeschöpft“, sagt Neßler. Es fehlten Operationssäle, erklärt er. „Wir müssen bauen, wir wollen größer werden und die Strukturen modernisieren.“ Dieses Projekt möchte er als Nächstes angehen.