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Neue Pläne für den Bahnhof Viersen

Bahnhof : 500.000 Euro für Viersener Bahnhof

In der Viersener Bahnhofshalle laufen die Bauarbeiten: Bald soll auf der Fläche des alten Kiosks ein neuer Laden eröffnen. Doch noch sei der Mietvertrag nicht unterschrieben, sagt der Eigentümer

Eine Eisdiele wird im Bahnhof Viersen vorerst nicht eröffnen. Der potenzielle Mieter sei insolvent, „deshalb ist aus dem Vertrag nichts geworden“, sagt Horst Dannreuther. Also hat sich der Eigentümer der Bahnhofshalle um Ersatz bemüht – und ihn womöglich gefunden. Neuer Interessent für die rund 200 Quadratmeter große Fläche in der alten Wartehalle sei Jacques’ Wein-Depot, sagt der 59-Jährige. Ein Vertreter der Weinhandels-Kette bestätigt: „Wir sind im Kontakt mit dem Eigentümer.“ Der Mietvertrag sei noch nicht unterschrieben, betont Dannreuther. Doch der Viersener Kaufmann ist zuversichtlich, dass es in sechs bis acht Wochen so weit ist. Mit dem Umbau der Fläche hat er bereits begonnen, will auch andere Teile der Bahnhofshalle umgestalten. Er plant, „deutlich über eine halbe Million Euro“ zu investieren.

Im vergangenen Jahr hatte Dannreuther seinem Geschäftspartner Hans-Wilhelm Janissen dessen Hälfte der Bahnhofshalle abgekauft. Jetzt wolle er seine Ideen verwirklichen und „den Bahnhof beleben“, kündigte er damals an. Ein Eiscafé mit eigener Eisproduktion sollte im Februar 2018 eröffnen, Dannreuther wollte einen brach liegenden Innenhof umbauen, die Bahnhofshalle auch mal für Konzerte nutzen. Doch aus dem Vertrag mit dem Eismacher wurde nichts. Das Kulturprogramm beschränkte sich auf einen Blues-Abend des „Kultur-Quartetts“ im September. „Ich bin eben kein Kulturveranstalter“, sagt der Viersener. Aber wenn sich Partner fänden, würde er gerne wieder ein Programm in der Halle anbieten.

Die Stuck-Decke der alten Wartehalle haben Arbeiter bereits freigelegt. Sie ist jetzt vom neueren teil des Bahnhofs aus zu sehen. Foto: Nadine Fischer/RP/Nadine Fischer

Vorerst konzentriert sich Dannreuther auf den Umbau des ehemaligen Kiosks in der alten Wartehalle. Dabei kooperiere er eng mit Jacques’ Wein-Depot, sagt er. Arbeiter haben bereits die alte Stuck-Decke freigelegt und eine Zwischenwand herausgenommen. Jetzt können Bahnreisende vom neuen Teil der Halle aus die Decke sehen. Ein neues Heizungskonzept sei auch schon entwickelt, sagt Dannreuther. Sollte der Mietvertrag zustande kommen, könnte in rund acht Monaten der Weinhandel eröffnen, schätzt er. Doch ein paar Hürden müssten noch genommen werden, räumt er ein.

Jacques’ Wein-Depot lässt auf Anfrage mitteilen: „Der Bahnhof Viersen ist ein tolles Gebäude. Wir passen da auch sehr gut hin.“ Doch es gebe derzeit noch ein paar Schwierigkeiten „was zum Beispiel die wegeführende Werbung und den Denkmalschutz betrifft“. Sollten die Weinhändler also im öffentlichen Raum nicht so werben dürfen, wie sie es sich vorstellen, suchen sie sich womöglich einen anderen Standort.

„Ein Weinhandel würde den Bahnhof attraktiver machen“, sagt Dannreuther. Auch Kunden, die nicht Bahn fahren, würden in die Halle gelockt. Er selbst habe im vergangenen Jahr bei Jacques’ Wein-Depot angerufen und den Standort angeboten: „Ich finde, ein Weinhandel passt hier hin.“ Es habe auch Anfragen gegeben. So hätten etwa ein Spielhallen-Betreiber und der Inhaber einer Shisha-Lounge Interesse an der Fläche gehabt.

Derzeit gibt es in der Bahnhofshalle einen Imbiss, einen Kiosk und eine Bäckerei. Noch immer denkt Dannreuther darüber nach, den rund 70 Quadratmeter großen brach liegenden Innenhof umzubauen – „aber das ist noch in der Schwebe“. Sollte dort irgendwann ein Café eröffnen, könnte er sich der nächsten Baustelle zuwenden: „Es gibt im oberen Teil der Halle noch riesige Speicher, die leer stehen.“